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Heraus zum revolutionären 1.Mai

mai09
„Der 1. Mai gilt seit über hundert Jahren als Kampftag, an dem die Menschen überall auf der Welt ihre Forderungen nach einem menschenwürdigen Leben frei von Ausbeutung und Unterdrückung auf die Strassen tragen.“

Auch in diesem Jahr wird zu einer 1. Mai Demonstration in Magdeburg aufgerufen. Falls ihr Interesse an Flyer etc. habt, meldet euch per E-Mail bei uns.

Hier folgen nun unser Aufruf [1] und der Aufruf vom Linken Bündnis Magdeburg [2]:

[1]: Jugendaufruf von Zusammen Kämpfen: (Download)

Nicht viel zu lachen – Es bleibt nur die Hoffnung auf die soziale Revolution!
Der Wecker klingelt – 5:45 Uhr. Schon wieder Montag. Eine Mischung aus Schlaf und Wochenendkater treiben dich ins Bad. Schnell wird das Nötigste an Körperpflege umgesetzt. Der Hunger zieht dich in die Küche, aber außer einem Toast, saurer Milch und einem schalen Bier ist nix Essbares im Haus. Am letzten Wochenende im Monat sind Lebensmittel eh immer Mangelware im eigenen Kühlschrank. Wenn Mensch dann noch etliche arbeitlose Kumpels hat, bleibt eh nix für eine geregelte Nahrungsaufnahme über. Eine Kippe ersetzt dein Frühstück bevor es zur Ausbildung oder in die Schule geht. Kein Wunder, dass Mensch immer zum Ende des Monats krank wird, aber diesen Monat reicht es nicht mal für die 10 Euro Praxisgebühr. Der Gedanke an die Ausbildung und den Chef holen dich in die Realität zurück.
So ein Mist – noch 20 Minuten – musst los. Noch den Schlüssel fürs Fahrrad geschnappt und auf geht’s. Auf dem Hof stellst du fest, dass deine Investition von 3,99 in ein Fahrradschloss wohl doch zu wenig waren. Aber wer soll bei 350 Euro Ausbildungsvergütung große Sprünge machen?
Der Rauch der Kippe in deinem leeren Bauch wird mit der aufkommenden Wut zu Krämpfen. Da bekommst du am eigenem Leib zu spüren, dass Magdeburg die 2. höchste Fahrraddiebstahlquote bundesweit hat. Dies war das 4.Fahrrad in diesem Jahr – welcher Penner klaut so eine Schrottmühle? Vielleicht war es ja auch der eigentliche Eigentümer… Tja, wie gewonnen so zerronnen – zur Arbeit musst du trotzdem.
Die Straßenbahn ist die letzte Möglichkeit den Arbeitstag ohne den Anschiss vom Chef beginnen zu müssen. Der Gedanke an den Mundgeruch des Meisters, wenn er dir 30 Zentimeter vor deinem Gesicht mit feuchter Aussprache ins Gesicht brüllt: „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“, lassen dich rennen. Du erwischst die Bahn noch rechtzeitig. 2 euro- für einen Fahrschein der nur in eine Richtung gilt? Wer fabriziert solchen Schwachsinn? Aber wen stören Preise, wenn Mensch gar keinen Fahrschein geschweige denn Geld dafür hat.
Du siehst trostlose Gesichter, nicht nur in der Bahn und kein Sitzplatz in Aussicht.
Doch dahinten ist noch einer frei, neben dem Kunden mit dem Abzeichen einer Nazikameradschaft auf seiner Thor Steinar Jacke. Aber für eine Konfrontation mit einem Nazi um einen Sitzplatz bleibt jetzt keine Zeit.
Eine Haltestelle vor deinem Ziel wirst du dann daran erinnert, dass es doch Menschen gibt, die es interessiert, wie die Fahrscheinpreise in der Gesellschaft ankommen. Es hilft alles nix. Das Geschrei nach dem nicht vorhandenen Fahrausweis schallen nun lauter in dein Ohr als die Musik durch deinen MP3-Player. Mit martialischem Auftreten wirst du von vier Kontrolleuren aus der Bahn geworfen. Die Hilfs-sheriffs nehmen deine Personalien auf und weisen dich darauf hin, dass du es ja auch gleich bezahlen könntest. „Asoziales Pack, wo leben die denn …bestimmt nicht in deiner Realität.“ Wenn ich 40 Euro über hätte, würde ich mit nem Taxi fahren. 10 Minuten zu spät triffst du auf Arbeit ein, aber der Chef ist zum Glück noch nicht in Sicht. Der erste Lichtblick im grauen Sumpf des Alltags. Die Zeit bis zum Frühstück kommt deinem Magen wie eine Ewigkeit vor. Der Kumpel auf Arbeit haut dir ein Brötchen und Kaffee rein. Tja, sein privater Bauchladen scheint manchmal mehr abzuwerfen als unser subventionierter Ausbildungs-betrieb – oder wer hat hier sonst Geld am Ende des Monats zu verleihen? Die Landeshauptstadt Magdeburg jedenfalls nicht, denn die verkauft aus Geldnot sogar öffentliche Grünflächen an private Investoren und Spekulanten.

Ein Termin beim Amt rettet dich vor den angedrohten Überstunden. Naiv wie du bist, glaubst du deine gesellschaftlichen Rechte ohne Stress einfordern zu können. Ist dir egal, ob der Chef deine Arbeitskraft für seinen Lebens-traum braucht? Das ist nicht dein Traum. Ein Traum wäre doch eher die BAföG Nachzahlung deiner Freundin, welche seit 3 Monaten auf sich warten lässt. Ähnlich desinteressiert gegenüber deinen finanziellen Sorgen äußert sich dann auch die Sachbearbeiterin bei der Arge – für dich ist die Finanzkrise schon seit Jahren normaler Alltag. Die klugen Ratschläge der Sachbearbeiterin fördern das Bedürfnis, deine pazifistische Grundeinstellung zu überdenken. Doch wohin mit dieser Wut, die uns ohnmächtig erscheinen lässt?

Nimm dein erkämpftes traditionelles Recht in Anspruch am 1.Mai deiner Wut Ausdruck zu verleihen.
Du bist einer von vielen, denen es ähnlich oder schlechter geht – nicht nur hier in Deutschland. Wehr dich gegen die globale Ausbeutung des Menschen durch den Menschen – aus reiner Profitgier.
Armut und Ausbeutung sind kein Zufall, sie haben System – genannt Kapitalismus….
Klassenkampf ist keine Ansichtssache. Mensch sieht sich jeden Tag mit ihm konfrontiert: Egal, ob dein Chef dich fertig macht oder deine Sachbearbeiterin bei der Arge über dein Leben bestimmen kann oder wenn du in den Bau gehst, nur weil du kein Geld für einen Fahrschein hattest!
Beantworte nicht nur am 1.Mai den kapitalistischen Normalzustand mit dem internationalen Klassenkampf von unten!

Klassenkampf auf der Straße und im Betrieb – Weltweit die einzige Antwort auf ihre Ausbeuterpolitik!

Zusammen kämpfen gegen die Kapitalistische Ausbeutungslogik!
Yuppies und Nazis raus!
Hoch die internationale Solidarität!

www.zusammen-kaempfen.tk

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[2]: Aufruf des Linken Bündnis Magdeburg: (Download)
Heraus zum 1. Mai – Gemeinsam gegen Ausbeutung und Unterdrückung!

Am 1. Mai 2009, dem internationalen Kampftag der ArbeiterInnenklasse, werden wir auch wieder in Magdeburg für unsere Rechte auf die Straße gehen. Es gibt immer noch genügend Gründe, sich gegen Ausbeutung und Unterdrückung zu organisieren und zusammen zu kämpfen.

Gerade in Zeiten der so genannten „Krise“ kündigen sich weitere Verschärfungen der Lebensbedingungen der Menschen an. Wir sind nicht bereit für diese Krise, eine Krise des Kapitals, zu bezahlen. Wir werden nicht weg schauen, wenn beispielsweise die MVB-Tarife immer teurer werden, unsere Mieten immer weiter steigen, und schon gar nicht, wenn wir uns und unsere Familie nicht mehr ernähren können.
Hiermit rufen wir alle, denen es wie uns geht auf, sich an der 3. unabhängigen / revolutionären 1. Mai Demo in Magdeburg zu beteiligen.

Das musste ja so kommen.
mai

Nachdem im letzten Jahr von Wirtschaft, Regierung und Medien von einem Aufschwung die Rede war, soll nun plötzlich nichts mehr da sein. Tatsächlich ist aber viel mehr da, als uns berichtet wird, denn die Bundesregierung hat das so genannte „Konjunkturpaket II“ für 50 Milliarden Euro verabschiedet, von welchem wir kaum profitieren werden.
Kindergärten, Jugendzentren und andere soziale Einrichtungen müssen schließen, weil kein Geld mehr da sein soll und Banken, die sich mit unserem Geld „verwirtschaftet“ haben, bekommen erst einmal Geld vom Staat. Auch der in letzten Jahren gepriesene wirtschaftliche Aufschwung war nur ein Aufschwung der oberen 10.000, der von unseren Rücken getragen wurde. Doch das eigentliche Problem liegt nicht bei irgendwelchen Managern, sondern ist das System des Kapitalismus an sich.

Lenin stellte bereits 1916 fest: „Der Kapitalismus ist so weit entwickelt, daß die Warenproduktion, obwohl sie nach wie vor,herrscht’ und als Grundlage der gesamten Wirtschaft gilt, in Wirklichkeit bereits untergraben ist und die Hauptprofite den ,Genies’ der Finanzmachenschaften zufallen. Diesen Machenschaften und Schwindeleien liegt die Vergesellschaftung der Produktion zugrunde, aber der gewaltige Fortschritt der Menschheit, [...] , kommt den Spekulanten zugute.“

Nachdem die Ausgebeuteten immer deutlicher einen größeren Anteil forderten, ist jetzt „plötzlich und unvorhersehbar“ Krise und es gibt nichts mehr zu verteilen. Nun werden mit Hilfe der Krisenszenarien die Ausbeutungsbedingungen durch Gesetze und Tarifpolitik für die Kapitalisten verbessert. Nicht nur, dass unsere Löhne an Wert verlieren, die Lebenserhaltungskosten steigen dazu noch konsequent an. Auch, dass wir seit über 15 Jahren die gleiche Arbeit wie unsere Kolleginnen aus dem Westen leisten und trotzdem nur einen Teil des „Westgehalts“ bekommen, ist mehr als blanker Hohn, das ist Betrug. Ebenso ist es bis heute Tatsache, dass Frauen für die gleiche Arbeit immer noch nicht den gleichen Lohn erhalten. Ob Ost oder West – Männer oder Frauen – LeiharbeiterInnen oder Stammbelegschaften – deutsch oder „nichtdeutsch“, das Kapital verfügt über vielfältige Strategien zur Spaltung unserer Klasse. Ein weiteres Mittel zur Zersetzung unserer Klasse seitens der Herrschenden sind die vom Verfassungsschutz durchsetzten Strukturen der Neofaschisten.

Eine noch deutlichere Sprache spricht die soziale Realität hier in Magdeburg und Sachsen-Anhalt: hohe Arbeitslosenquote, besonders bei Menschen über 50 Jahren, unzählige prekäre Arbeitsverhältnisse, steigende Strom- und Gaspreise, Erhöhung der DB-Tarife, insgesamt sind alle Lebensbereiche von Verschlechterungen betroffen.
Auch bei den Jugendlichen sieht die Situation nicht besser aus. Ihnen ist es kaum möglich, einen regulären Ausbildungsbetrieb an diesem „strukturschwachen Standort“ zu finden. Im Gegensatz dazu schießen staatlich geförderte Ausbildungsbetriebe zweiten Ranges wie Pilze aus dem Boden. Dadurch kann sich eine regionale Wirtschaft auch nur auf Kosten unserer Klasse entwickeln, bzw. halten. Einerseits, weil der Staat die Zuschüsse aus unseren Steuern finanziert, andererseits weil wir an Qualität der Ausbildung und Arbeitsbedingungen einbüßen müssen.

Entscheidend sind nur die Interessen und Vorgaben der Konzerne und Kapitalisten.
Menschen, die einmal arbeitslos sind, bekommen kaum noch einen vernünftigen Arbeitsplatz, sondern müssen sich durch 1-Euro-Jobs und unsinnige Maßnahmen ausbeuten lassen. An diesem Punkt ist die Frage, die sich tausende Jugendliche und Erwachsene stellen absolut berechtigt: Wozu soll ich hier noch arbeiten, wenn ich von dem Geld eh nicht leben kann und zusätzlich Hartz IV beantragen muss?

Wir sollen Schuften und Maulhalten

Mit dem fortwährenden Sozialabbau wird auch die Repression stärker, weil immer mehr Menschen darauf angewiesen sind sich „schwarz“ oder „illegal“ das zu nehmen, was ihnen eigentlich zusteht. Die Folge ist, dass immer mehr Menschen Strafverfahren wegen Sozialdelikten bekommen. Wie kann es sein, dass Menschen aufgrund von Schwarzfahren mit der Bahn in den Knast gesteckt werden? Auch ein 1-Euro-Jobber muss am Ende des Monats irgendwie zur „ Arbeit “ kommen.

Die herrschende Klasse, ihr Staat, fordern Milliarden von unseren Steuergeldern, um ihre Krise zu überstehen.
Zumwinkel, Peter Hartz, Ackermann und wie sie heißen, konnten durch einen Deal mit der Justiz eine Verurteilung verhindern.
Die deutsche Klassenjustiz ist Teil der Klassengesellschaft und fordert dass die Beschäftigten sich nicht wehren. Beschäftigte haben gefälligst loyal für ihren Kapitalisten zu arbeiten, wie jüngst der Fall Emmely zeigt. Kaisers (Tengelmanngruppe) will eine Kassiererin loswerden, die es wagte einen Streik mit zu organisieren. Es wurde ein Verdacht konstruiert: Pfandbons im Wert von 1.30 €(!) soll Barbara E. (Emmely) unberechtigt eingelöst haben.
Beweise: KEINE! Aber die Klassenjustiz gibt Kaisers Recht. Die Verdachtskündigung – ein Geschenk des deutschen Arbeitsrechtes an die Unternehmen – ist ein Instrument widerständige Beschäftigte loszuwerden. Loyale Untertanen will der kapitalistische Staat und dazu setzt er auch seine Klassenjustiz ein!
Aus einzelnen mutigen AktivistInnen wie Emmely müssen viele Tausende werden!

Unterdrückung immer und überall

Nicht nur auf unserem Rücken werden Profitinteressen der kapitalistischen Konzerne ausgetragen. Vor allem die Menschen in den so genannten „Dritte-Welt-Ländern“ müssen für die totale Beherrschung des Weltmarkts durch kapitalistische Konzerne bluten. Durch Kriege und Besatzungen, wirtschaftliche Sanktionen oder Installierung von Marionetten-Regimen bzw. deren militärische und wirtschaftliche Unterstützung – die imperialistischen Staaten setzten seit jeher ihre Interessen mit allen Mitteln durch.
Auch die BRD beteiligt sich seit 1998 aus geo-strategischen und wirtschaftlichen Gründen wieder aktiv an Angriffskriegen weltweit. Deutsche Bundeswehrtruppen sind heute u.a. in Afghanistan, im Kosovo, in Georgien, vor dem Libanon, am Horn von Afrika und an anderen Orten der Welt aktiv. Die Herrschenden nennen den Einsatz von Waffen gegen Zivilisten „Terrorbekämpfung, Humanitäre Hilfe, Schutz vor Piraten“ usw., als würde es nicht um die eigenen handfesten imperialistischen Interessen des BRD-Kapitals gehen. Diese Inszenierungen werden auch hier ganz in der Nähe vorbereitet. In der Colbitz-Letzlinger-Heide gibt es einen qualitativ hochwertigen Truppenübungsplatz, auf dem die Soldaten für Gefechte geschult werden. In Klietz und auch in Burg befinden sich Einrichtungen der Bundeswehr, in welchen Soldaten als Kriseninterventionskräfte ausgebildet werden
Sachsen-Anhalt ist eine der ärmsten Regionen Ostdeutschlands. Trotzdem ist genug Geld für einen der modernsten Truppenübungsplätze Europas vorhanden. Dies alles, um Kriege vorzubereiten, welche nicht nur wahnsinnig viel Geld, sondern hauptsächlich unschuldigen Menschen das Leben kosten!
Imperialistische Kriege zeigen also die wahre Seite des Kapitalismus.

Lasst uns unseren Unmut am 1. Mai auf die Straße tragen und unsere Solidarität mit den Ausgebeuteten und Unterdrückten des kapitalistischen Herrschaftssystems der Reichen und Besitzenden zum Ausdruck bringen!! Unsere Probleme können wir nur selbst lösen durch gemeinsamen Klassenkampf. Lasst uns unsere Probleme wieder in die eigenen Hände nehmen und unser Leben gemeinsam von unten gegen die Herrschaft von oben organisieren.

Die Grenze verläuft nicht zwischen den Völkern, sondern zwischen oben und unten.
Proletarischen Widerstand organisieren – international!
Es gibt nix zu feiern, außer der sozialen Revolution!

Linkes Bündnis Magdeburg:
DKP Sachsen-Anhalt, KPD-M/L, KPD-Regionalorg Magdeburg, Zusammen Kämpfen

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