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Workers Memorial Day am 28. April: »Remember the Dead – Fight for the Living!«

Dienstag, den 27. April 2010 um 10:22 Uhr

Workers Memorial Day 2008 in BirminghamTode, Verstümmelungen, Krankheiten, Vergiftungen, Burnouts, Psychosen, Suizide… Kapitalismus tötet und zerrüttet jährlich die Existenz von Dutzenden Millionen Menschen. Durch Lohnarbeit werden mehr Menschen getötet und verletzt als in Kriegen. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Alle 15 Sekunden stirbt ein Mensch durch einen Arbeitsunfall (über zwei Millionen im Jahr); über 250 Millionen Menschen erleiden Verletzungen bei der Arbeit; über 150 Millionen entwickeln Berufskrankheiten, fast eine halbe Million wird tödlich vergiftet; die Fälle von Burnout, psychischen Krankheiten und Suiziden aufgrund von Lohnarbeit schießen in die Höhe. Allein in Deutschland sterben drei bis vier Menschen täglich auf der Arbeit, auf dem Weg dorthin oder an den Spätfolgen von ihr. Täglich ereignen sich hierzulande tausende Arbeitsunfälle.

Während global durch nachholende Industrialisierungsprozesse und durch zunehmende Proletarisierung dieser blutige Trend verschärft wird, ist die Zahl der Arbeitsunfälle in Deutschland zuletzt zurückgegangen. Einfach deshalb, weil durch Krise und Kurzarbeit weniger gearbeitet wurde. Dafür nimmt im Klima des wachsenden Leistungsdrucks die Zahl von lohnarbeitsbedingten Burnouts und Psychosen drastisch zu.

Die Knochenmühle der besonderen Art stellt in Deutschland die Leiharbeit dar. Das Risiko für LeiharbeiterInnen, einem Arbeitsunfall zum Opfer zu fallen, ist drei Mal so hoch, wie das für Stammbelegschaften, bedingt durch hohe Fluktuationen, erhöhten Profitabilitätsdruck und schlechte Materialausstattung. Auch die psychische Belastung ist für die prekären und gehetzten LeiharbeiterInnen besonders hoch.

Gegen all diese Missstände richtet sich der Workers Memorial Day. Alljährlich wird er am 28. April auf der ganzen Welt begangen. An ihm gedenken Menschen der Opfer des kapitalistischen Alltags und kämpfen für sichere Arbeitsbedingungen. In diesem Jahr hat sich in Berlin die anarcho-syndikalistische Organisation Freie Arbeiterinnen- und Arbeiterunion (FAU), die sich laut Gerichtsbeschluss nicht Gewerkschaft nennen darf, den globalen Aktivitäten angeschlossen. Bei einem Stadtrundgang mit Redebeiträgen werden am 28. April in Berlin die drei großen Leiharbeitsverbände sowie die Arbeits- und Wirtschaftsministerien besucht, um auf den brutalen kapitalistischen Alltag aufmerksam zu machen. Beginn der Aktion ist vor der Zentrale des Bundesverbandes Zeitarbeit (Friedrichstr. 200, nahe U6 Stadtmitte, Berlin) um 15.30 Uhr.

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