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„20 Jahre Krieg – Krise – Kapitalismus Organisiert den Widerstand“

Demo: 25.September 2010, 12 Uhr, Olvenstedter Platz, Magdeburg

20jahre

Aufruf:

„20 Jahre Krieg – Krise – Kapitalismus Organisiert den Widerstand“

Am 03. Oktober 2010 feiert die herrschende Klasse der BRD den 20. Jahrestag des Zusammenbruchs und der anschließenden Einverleibung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Es erwartet uns eine festlich aufgezogene Propagandashow, die von allen Medien gepusht werden wird. Schon im Vorfeld wird uns erzählt werden, dass ein diktatorisches Regime entmachtet und sich ein terrorisiertes Volk Demokratie erkämpft hätte. Es wird versucht werden über die ausschließliche Beleuchtung der durchaus vorhandenen schlechten Seiten der DDR, aber auch durch schlichte Tatsachenverfälschungen und Desinformation, das heutige System zu legitimieren. Sie feiern die Demokratie, aber meinen tatsächlich den Kapitalismus – die weltweite Diktatur der Konzerne. Auch wir – die arbeitenden bzw. arbeitslosen Menschen sind herzlich dazu eingeladen mitzufeiern. Jedoch ist das, was für die Herrschenden ein Anlass ist zu feiern, existenzielle Not und Perspektivlosigkeit für die Meisten von uns!

Seit ihrer „Wende“ – einer Umverteilung gesellschaftlichen Reichtums in die Hände Weniger – hat sich die gesamte Situation für uns vor allem im Osten verschlechtert. Gerade in Ostdeutschland halten sich die Arbeitslosenzahlen bei unglaublichen 15- 20 %. Circa jeder 5. ist hier arbeitslos.
Noch immer – 20 Jahre nach einer sogenannten Wiedervereinigung – werden wir als ostdeutsche Bevölkerung anders behandelt, als jene im Westen. Wir gehen immer noch mit niedrigeren Löhnen nach Hause. Statistisch gesehen arbeiten Sachsen- Anhaltiner eine Woche länger als im Bundesdurschnitt, bekommen dafür aber 5000€ weniger im Jahr als unsere Westdeutschen KollegInnen. In den wenigsten Fällen haben wir Tarifverträge. Die gesamte Situation im Osten ist so schlecht, wie die in den wirtschaftlich schwächsten Regionen im Westen.
Ebenfalls hat sich die Situation der Frauen im Osten enorm verschlechtert. Nach der Wende wurden sie aus den gesellschaftlichen Bereichen, in denen sie einst anerkannt waren, heraus gedrängt. Von Arbeitslosigkeit sind heute gerade alleinerziehende Frauen betroffen.
Auch die 200 durch Faschisten ermordeten Menschen in Ostdeutschland seit 1990 bringen uns in keine Feierstimmung. Im Gegenteil – diese Zahl drückt eine Realität aus, die von Ausgrenzung, Rassismus und Gewalt geprägt ist. Gehörte eine antifaschistische Wertevorstellung noch zum Allgemeingut der Erziehung in der DDR, so werden heute faschistische Strukturen geduldet, in vielen Fällen durch den sogenannten „Verfassungsschutz“ gefördert und gelenkt. Und die andere Seite der Medaille: Deutschland ist wieder Weltmacht. Die BRD ist an Kriegen beteiligt und mordet des Profits wegen mit am Hindukusch und überall anders auf der Welt, wo Gewinne, Rohstoffe oder ähnliches für den BRD- Imperialismus zu sichern sind. Wurde 1999 im Jugoslawien – Krieg noch von Friedens – sichernden Maßnahmen gesprochen, ist heute schon offener von wirtschaftlichen Interessen die Rede.
Doch damit nicht genug. Auch die EU – Außengrenzen werden als ein Schlachtfeld betrachtet, auf dem unsere Klassenschwestern und -Brüder sterben müssen, weil sie vor Krieg, Elend und Hunger fliehen. Oder sie werden in riesigen Auffanglagern interniert. Und die wenigen MigrantInnen, die es doch bis hier her schaffen, sind völlig entrechtet und in Permanenz von Abschiebung bedroht. Aus unserer Sicht, aus der Sicht der arbeitenden / arbeitslosen Menschen gibt es nichts zu feiern.
Für uns bedeutet die sogenannte „Wiedervereinigung“ nur den Beginn einer neuen Epoche der Ausbeutung und Unterdrückung. Gerade diese Epoche erfordert eine Fortführung des Kampfes für eine herrschaftsfreie und klassenlose Gesellschaft! Uns wird nichts geschenkt – positive Veränderungen für unsere Klasse sind nur in kollektiven Kämpfen zu erreichen.

In diesem Sinne,
Klassenbewusstsein entwickeln – Klassenkämpfe organisieren!
Für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung!

weitere Infos auf: 20jahre.blogsport.eu/

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