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Israels Bulldozer zerstören Häuser, Existenzen

In den letzten Tagen haben israelische Bulldozer mit einer weiteren Abrisswelle Zerstörung und Verzweiflung über die Dörfer der West Bank gebracht: in Qarawat Bani Hassan in der Nähe von Salfeet, in al-Jiftlik im Jordantal, in Hizma bei Jerusalem, in Khirbet Yarza östlich von Tubas und in den Hügeln Süd-Hebrons.

http://www.youtube.com/watch?v=BnCYLHMzAa4

Gestern kam ich in das Dorf al-Rifayaia östlich von Yatta in Süd-Hebron, wo israelisches Militär morgens um 8 Uhr 15 ein Haus abgerissen hatten. Es war das Zuhause von zwei Familien mit 20 Personen gewesen, darunter 16 Minderjährigen. Ich kam gegen ein Uhr am frühen Nachmittag an, um zumindest die Unterstützung der ISM zum Ausdruck zu bringen und um zu dokumentieren, was passiert war.
Es waren viele Menschen um die Trümmer versammelt, um den beiden Familien beizustehen, die ihr Zuhause verloren hatten. Die vielen Kinder spielten mit sichtlich verwirrten Gesichtern auf der Ruine dessen, was ein schönes Haus von 200 Quadratmetern gewesen war. Die Frauen vergaßen auch noch mit geröteten und nassen Augen die Gastfreundschaft nicht und luden mich sofort zu einer Tasse gesüßtem Tee ein. Ich wurde von allen darin bestärkt, viele Fotos zu machen, wie um der ganzen Welt die Details ihrer ungerechten Notlage zu zeigen.
Ein junger Mann erzählte mir, dass seine beiden Brüder und ihre Familien in dem abgerissenen Haus gewohnt hatten. Der eine von ihnen saß mit düsterem sorgenvollen Gesicht etwas entfernt von uns. Er würde kein neues Haus für seine Familie bauen können. Er hat nämlich keine Arbeitserlaubnis in Israel und seine wirtschaftliche Lage ist sehr schlecht. Die Israelis erlaubten ihnen nicht einmal, ihr Hab und Gut aus dem Haus zu holen, bevor sie es abrissen.
Das Rote Kreuz war unmittelbar vor mir hier angekommen und hatte zwei große Zelte, ein paar Plastikstühle, zwei Campingkocher und ein paar Pakete mit humanitärer Hilfe gebracht. Nicht genug angesichts des nahenden Winters. Als ich gefragt wurde, ob ich helfen könnte, konnte ich ihnen nur versprechen, dass ich die Nachricht dessen, was ihnen geschehen war, verbreiten werde, so dass mehr Menschen in der ganzen Welt erfahren, wie die palästinensische Bevölkerung zu leben gezwungen wird.
Etwas später kam Hamed Qawasmeh vom UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) und erklärte mir, dass es nicht viele Organisationen gibt, die beim Wiederaufbau der von Israel zerstörten Häuser mithelfen, und dass die UNO nur einige Dienstleistungen anbieten könne, um die Not der beiden Familien zu lindern. Während ich unweit der Trümmer des Hauses mit dem UNO-Vertreter sprach, hatten die Männer die beiden vom Roten Kreuz gespendeten Zelte aufgestellt. Wenigstens werden diese beiden obdachlosen Familien in den kommenden kalten Wintermonaten von der wärmenden Unterstützung ihrer Verwandten und ihrer Gemeinschaft umgeben sein.

Quelle: ISM International Solidarity Movement

www.palsolidarity.org/2010/11/15879/

26. November 2010, updated 28. November 2010

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