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Bahamas-Jünger attackieren KritikerInnen

Auf Indymedia Linksunten gefunden:
Wie handfest vermeintliche “Ideologiekritiker” Kritik an der eigenen Ideologie begegnen.

Am 27. Juni sollte im Kreuzberger Wirtshaus “Max und Moritz” in der Oranienstraße eine Veranstaltung der rechts-bürgerlichen, post-antideutschen Zeitschrift “Bahamas” zum Thema “Mitmachen ist Ehrensache – die radikale Linke rüstet sich zum Bierputsch gegen Ideologiekritiker” stattfinden. Als Referenten standen der allseits bekannte Neocon und Linken-Hasser Justus Wertmüller und der durch offensten antimuslimischen Rassismus bekannte Autor Thomas Maul bereit.

Inhaltlich sollten die Proteste gegen Bahamas-Veranstaltungen und wie man ihnen in Zukunft begegnen könne diskutiert werden. Außerdem sollte der Frage nachgegangen werden wieso die Linke “Vorfeldorganisation des gesunden Volksempfindens” sei. Es wurde über die Web-Präsenz der Bahamasredaktion, auf Facebook und in einschlägigen Foren zu der Veranstaltung mobilisiert.
Bereits im Vorfeld wurde eine “wir gegen den Rest der Welt im dunklen Feindesland Kreuzberg”-Stimmung verbreitet. So ließ bespielsweise ein User in einem antideutschen Forum verlauten: “vielleicht gibts ja ne richtige klopperei mit der SA-Kreuzberg sektion AntiImp-Trottel :D :D :D ”.

Am Mittwochabend hatten sich dann um die 25 der “English Defence League” ähnelnde Männer vor dem Wirtshaus (das des öfteren Infrastruktur für extrem antideutsche Veranstaltungen stellt) versammelt, unklar ist wie viele eigentliche “Gäste” sich noch innerhalb der Lokalität befanden. Die Außenstehenden wirkten eher wie ein wahnsinnig überdimensionierter Schutz (Szeneslang: See-Kuh). Unter ihnen befanden sich Angehörige der Möchtegern-Hooligans vom Roten Stern Nordost (Ex-AANO, damals als inoffizielle Jugendgruppe der Bahamas verschrien), der zionistischen Parteijugend BAK Shalom und der Autonomen Neuköllner Antifa (ANA).  Die von den Veranstaltern verständigte Polizei war ebenfalls mit einer Zivilstreife gegenüber des “Max und Moritz” und anderen Fahrzeugen in unmittelbarer Umgebung und am Moritzplatz zugegen.

Gegen 19 Uhr näherten sich gemächlich und weitläufig verteilt 20 Personen des internationalistischen Spektrums. Diese wollten der Veranstaltung augenscheinlich kritisch beiwohnen und die ganze Show die da mitten in Kreuzberg veranstaltet wurde mal genauer unter die Lupe nehmen. Es wurde weder geschlossen marschiert, noch sich in irgend einer weise “prollig” verhalten. Trotz alledem verweigerten die vor der Tür stehenden Bahamas-Anhänger den Linken den Zutritt. Ein Diskurs, ja selbst eine Diskussion wurde nicht zugelassen. Unwillig setzten die eintrudelnden InternationalistInnen sich an die nebenstehenden Bänke, während Andere noch immer probierten zu diskutieren. Mehrere Bahamas-Fans hatten sich während dessen Quarzsandhandschuhe angezogen, Mundschutz (!) angelegt und posierten kampfbereit, einige würden es “rummackern” nennen. Auf diese Provokationen wurde nicht weiter reagiert. Statt dessen skandierten die Sitzenden nun “Viva, Viva Palästina!” und “Israel – USA – das ist keine Antifa” was von vorbeifahrenden Menschen und PassantInnen mit gereckten Fäusten, Victory-Zeichen und einem Hupkonzert begleitet wurde. Nun drehten einige der “Bahamiten” vollends durch und begossen die sitzenden Linken wahllos mit Bier und anderen Flüssigkeiten, woraufhin mehrere Internationalistinnen in Auseinandersetzungen mit dem bewaffneten “Schutz” gerieten. Jetzt zückte ein besonders couragierter Antideutscher auch einen Teleskopschlagstock und hielt diesen drohend. Die Biertische wurden nun hin- und hergeschoben, einige “Ideologiekritiker” hüpften aufgebracht auf und ab und glaubten nun endlich die lang ersehnte “Klopperei” mit dem Feindbild Nr. 2 (nach MuslimInnen) zu bekommen. Doch der Großteil der Anwesenden ließ sich nicht auf die Provokationen ein.
Plötzlich stürmte ein Angestellter des “Max und Moritz” mit langem Küchenmesser in der Hand wie ein Besenkter auf die Linken zu und rief dabei “ihr scheiß Antifas!”, woraufhin die Zivilbullen in Erscheinung traten und mit gezogenen Knarren den Verrückten stoppten und ohne weiteres zurück in den Laden schickten. Auch den Linken wurde geraten sich zu verziehen, da “für ihre Sicherheit” nicht mehr garantiert werden könne.

Daraufhin verließen die Meisten auch recht zügig den Ort des Geschehens, während die Freunde der Bahamas (nun ohne Waffen) eifrig das Gespräch mit der Polizei suchten und sich als Opfer des Volksmobs inszenierten.

Nun gehen die Auswertungen des Geschehens bei den anwesenden Antideutschen auseinander. So heißt es im bereits erwähnten Forum in gewohnt sexistischer Manier einerseits “ähm… also ich wurde von einem kreuzberger anti-imp-mädchen geschlagen und frage mich ob das jetzt ein heiratsantrag war …. wie süß … “, auf der  anderen Seite wird bemängelt “…die polizei hat sich nicht gerade einsatzfreudig gezeigt … die polizei war extra im vorhinein informiert, um solche eskalationen vor einem der wenigen veranstaltungsorten, in denen man bisher immer problemlos “bahamas”-veranstaltungen durchführen konnte, zu verhindern.” (Fehler im Orginal). Nichtdabeigewesene geifern derweilen an der Realität vorbei: “Ich hoffe, es finden sich andere Wege, die Angreifer noch anzuzeigen. “.
Das Interessanteste verspricht jedoch ein anderer Kommentar zu offenbaren, so heißt es in schlauem Englisch “At the pub today I found out that Max and Moritz will not being hosting any more political talks on the premises. They are a well established pub restaurant with great food and friendly atmosphere so I guess that fights outside and threats against their customers is not a risk they can take.”.
Augenscheinlich haben “Max und Moritz” jetzt die Schnauze voll von Bahamas-Hooligans die ihre Räumlichkeiten nutzen um sich messen zu wollen, und so haben die Agressionen und Attacken der “Ideologiekritiker” auf ihre Kritiker schlußendlich wie es scheint doch noch etwas Gutes – das Ende ihrer rassistischen, sexistischen und antimarxistischen Pseudokritik – zumindest was das “Max und Moritz” in Kreuzberg angeht.

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