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Ecuador: Antifa Alvaro in Freiheit

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Im Mai 2010 wurde der Antifaschist Alvaro Paredes in Ecuador von zehn Faschisten der ANC überfallen und schwer verletzt. Bei der Auseinandersetzung starb einer der Angreifer durch einen Messerstich seines eigenen Messers. Daraufhin wurde Alvaro wegen übertriebener Notwehr mit Todesfolge zu 2 Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe verurteilt. Die Antifaschistische Linke Fürth (ALF) startete im Mai eine Soli-Kampagne um den Genossen finanziell zu unterstützen. Im Juli wurde Alvaro aus dem Gefängnis entlassen!

Die Vorgeschichte

Alvaro Paredes ist im Mai 2010 zwanzig Jahre alt. Er ist Mitglied und Sprecher der Antifaschistischen Brigade Quito, einer Gruppe die an der Universität Veranstaltungen und Konzerte gegen Faschismus organisiert. Neonazis versuchten bereits zweimal ihn umzubringen: Einmal mitten im Unterricht als sie in den Klassenraum stürzten, und das andere Mal als sie ihm die Pistole unter die Nase hielten und er vom Rektor des Institutes in letzter Minute gerettet werden konnte.

Was war passierte am 17. Mai?

Am Morgen des 17. Mai 2010 wurde Alvaro Paredes in der Nähe der staatlichen Universität Quitos (Ecuador) von einer Gruppe neonazistischer Skinheads überfallen. Auf dem Weg zu einem Internetcafé standen ihm plötzlich 10 Mitglieder der faschistischen ANC (Accion Nacional Revolucionaria) mit Baseballschlägern und Messern im Weg. Mit dabei war auch der bekannte Nazi Abraham Chimborazo. Alvaro flüchtete in das Café, doch die Neonazis folgten ihm und fingen an ihn zu schlagen, woraufhin er sich in Todesangst verteidigte und sich den Weg zum Ausgang freimachte. Quer über die vielbefahrene Avenida America schaffte es Alvaro bis in den Parque Italia, wo ihn seine Verfolger mit Baseballschlägern zusammenschlugen. In diesem Durcheinander starb der Neonazi Chimborazo am Messerstich seines eigenen Messers, als Alvaro in Notwehr um sein Leben rang.

Alvaro kam dann jemand zu Hilfe und er konnte sich schwer verletzt in das Institut für Bildende Kunst, seinem Studienort, retten.

Auf der Flucht

Die Nazis drohen ihm seitdem mit Rache. Als die Polizei und die Medien am Ort des Geschehens ankamen war Alvaro nicht mehr vor Ort. Die Faschisten erzählten ihre Version des Geschehenen und Alvaro wurde wegen Totschlags angeklagt. Er tauchte nach dem Angriff erst mal für 2 Wochen unter, da er um sein Leben fürchtete. Als die Behörden erklärten, ihm ausreichend Sicherheit und Schutz zu gewährleisten, stellte er sich Anfang Juni 2010 und wurde in Untersuchungshaft genommen.

¡Defender tu vida no es un delito!

Dein Leben zu verteidigen ist kein Verbrechen! Unter diesem Motto organisierte ein Soli-Komitee eine Kampagne für die Freiheit von Álvaro. Viele politische Gruppen solidarisieren sich mit Alvaro und es gab verschiedene Aktionen wie Demonstrationen und Konzerte um Alvaro Solidarität zu zeigen. Während dem Prozess versammelten sich immer wieder zahlreiche UnterstützerInnen vor dem Gerichtsgebäude, um Alvaro den Rücken zu stärken und ein Zeichen gegen die Gewalt der FaschistInnen zu setzen.

Der Prozess, die Verurteilung und Haftentlassung

Wie es auch in deutschen Gerichten Gang und Gebe ist, versuchte das Gericht in Quito den politischen Hintergrund aus dem Prozess rauszuhalten. Beweisanträge der Verteidigung wurden abgelehnt und jeder Versuch der Anwälte vor Ort weitergehende Äußerungen zu tätigen, unterbrochen oder abgewürgt.

Anfang Februar ging der Prozess gegen Alvaro zu Ende. Alvaro wurde wegen übertriebener Notwehr mit Todesfolge zu 2 Jahren Haft und 2500 Dollar Entschädigungszahlung an die Eltern des toten Nazis verurteilt. Hinzu kommen noch hohe Anwaltskosten die Alvaro tragen muss.

Im Juli wurde unser Genosse Alvaro auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen!

Solikampagne

Durchaus erfolgreich verläuft auch die Solidaritäts-Kampagne, welche von der Antifaschistischen Linken Fürth (ALF) im Mai diesen Jahres ins Leben gerufen wurde. Der Fall von Alvaro wurde erfolgreich auch hier bekannt gemacht und einige Organisationen unterstützen den Solidaritätsaufruf der ALF. Besonders hilfreich für Alvaro ist aber, dass bisher bereits mehrere hundert Euro für ihn gesammelt werden konnten.

¡Defender tu vida no es un delito! – Dein Leben zu verteidigen ist kein Verbrechen!

Hoch die Internationale Solidarität!

So­li-​Auf­ruf un­ter­zeich­nen
Or­ga­ni­sa­tio­nen die den So­li­da­ri­täts­auf­ruf un­ter­zeich­nen möch­ten mel­den sich bitte per Mail: an­ti­fa-​fu­er­th(at)web.​de

Spen­den­kon­to
Rote Hilfe Nürn­berg-​Fürth-​​Er­lan­gen
Kenn­wort: Al­va­ro
Kon­to-​Nr.: 160 168 54
Post­bank Nürn­berg
BLZ 760100 85

Weitere Artikel:

Bericht mit Hintergrund Infos von Antifa.de (Juni 2010)

Bericht eines Knastbesuchs im Februar 2011

Bericht der ALF (Juni 2011)

Video von Alvaro, bevor er sich den Behörden stellte

Weitere Infos auf Spanisch:

http://ecuador.indymedia.org/es/2010/05/32756.shtml
http://www.kaosenlared.net/noticia/carta-alvaro-paredes-preso-antifascis…
http://porlarevuelta.blogspot.com/2011/02/comunicado-de-baf-quito-sobre-…

www.antifa-fuerth.de.vu

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