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Weiterer Mord an Oppositionellen in Honduras

Leiche von Martínez Ávila aufgefunden. Schwuler Aktivist setzte sich in Partei LIBRE für sexuelle Rechte ein. Proteste am 17. Mai geplant

Von Sebastian Henning

amerika21.de

Tegucigalpa. Erneut ist in Honduras ein Aktivist der Opposition einem Mord zum Opfer gefallen. Erick Martínez Ávila wurde am Morgen des 7. Mai ermordet an der Fernstraße von Tegucigalpa nach Olancho im Nordosten aufgefunden, nachdem er bereits seit Sonntag vermisst worden war. Erst vor zwei Wochen war er von der linksoppositionellen Partei LIBRE zum Kandidaten für einen Listenplatz für sexuelle Rechte ernannt worden.

Die im Oktober letzten Jahres offiziell zugelassene neue Linkspartei hatte als erste parlamentarische Gruppierung des Landes die Anerkennung für die Vielfalt sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identitäten explizit in ihre Statuten aufgenommen. Ende April war Martínez Mitbegründer einer Plattform für sexuelle Vielfalt bei LIBRE, die unter anderem eine Gesetzesvorlage zur härteren Verfolgung und Bestrafung von homo- und transphoben Hassverbrechen erarbeiten will.

Deren ohnehin hohe Zahl war nach dem Putsch im Jahr 2009 enorm angestiegen und setzte sich auch unter der aktuellen Regierung von De-facto-Präsident Porfirio Lobo fort. Der 32-jährige Martínez war bei der Homo- und Trans-Organisation Kukulkan verantwortlich für Menschenrechtsfragen, überdies engagierte er sich bei den Gruppen Movimiento de Diversidad en Resistencia, Los Necios und Frente Nacional de Juventudes en Resistencia. Er war Absolvent des regionalen Fortbildungsprogramms “Agentes de Cambio” der Friedrich-Ebert-Stiftung im Jahr 2007.

Das honduranische Menschenrechtszentrum CIPRODEH verurteilte den Mord und verlangte von den zuständigen Behörden die Untersuchung und Aufklärung des Falls. An die internationale Öffentlichkeit appellierte es, der Gewalt gegen Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger sowie gegen Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle in Honduras erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Zahlreiche Aktivistinnen und Aktivisten fühlen sich an den Mord an Walter Tróchez im Dezember 2009 erinnert, der bis heute nicht aufgeklärt wurde und starke Anzeichen politisch motivierter Gewalt trug. Am 17. Mai, dem internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie, will sich die LIBRE-Plattform dennoch an den geplanten Aktionen in Tegucigalpa beteiligen.

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