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Bernburg: Nazis schlagen Imbißbetreiber ins Koma

Am Abend des 21.09.2013 kam es in Bernburg, Salzlandkreis, zu einem rassistischen Übergriff mit schwerer Körperverletzung. Das Opfer, der Besitzer eines türkischen Schnellimbisses am Bahnhof, wurde von neun Nazis so schwer mißhandelt, dass es einen Schädelbasisbruch erlitt und aktuell im künstlichen Koma im Krankenhaus in Halle liegt.

In Solidarität mit dem Geschädigten fand am Freitag, den 27.09.2012 eine Kundgebung am Bahnhof in Bernburg statt.

Nazis entschlossen entgegentreten! Solidarität statt Rassismus!

Indyartikel: Offenbar aus heiterem Himmel schlug am Wochenende eine Gruppe Neonazis auf einen türkischstämmigen Imbissbetreiber ein. Der Mann musste nach dem Übergriff in ein künstliches Koma versetzt werden – er wird vermutlich bleibende Schäden davontragen. Der Vorfall ereignete sich am Samstagabend, der 34-Jährige Betreiber eines Imbisses im sachsen-anhaltischen Bernburg wollte gerade sein Geschäft am Bahnhof zuschließen, als eine aus neun Männern bestehende Gruppe eintraf.

Wie die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtet, soll es erst zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen sein. Kurze Zeit später attackierten die Männer, die stark alkoholisiert gewesen sein sollen, den Imbissbetreiber jedoch brutal. Auch, nachdem das Opfer bereits am Boden lag, soll der Trupp weiter auf den Mann eingeschlagen haben. Seiner Freundin gelang es, die Polizei zu rufen, die nur wenige Minuten später die Gruppe dingfest machen konnte.

Laut Aussage der Freundin des Opfers soll es sich bei den Angreifern um eine Gruppe Neonazis gehandelt haben. Diese seien nicht nur äußerlich an ihren Glatzen und Springerstiefeln zu erkennen gewesen, sie hätten auch ausländerfeindliche Parolen skandiert. Dies bestätigt mittlerweile auch die Polizei, laut deren Aussage zumindest zwei Personen bereits „rechtsmotiviert polizeilich bekannt“ seien.

Zusammen mit einem weiteren mutmaßlichen Angreifer sitzen die beiden Männer derzeit in der JVA Dessau-Rosslau. Die Staatsanwaltschaft Magdeburg hatte Haftbefehl erlassen, nun wird gegen die drei Personen wegen Verdachts auf versuchten Totschlag und gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Der Geschädigte liegt derweil mit lebensgefährlichen Verletzungen auf der Intensivstation des Universitätsklinikums in Halle, er musste in ein künstliches Koma versetzt werden. Wie der Bruder des Opfers der Mitteldeutschen Zeitung mitteilte, hätte der 34-Jährige durch die mutmaßliche Neonazi-Attacke einen Schädelbruch erlitten. Voraussichtlich wird das Opfer bleibende Hirnschäden behalten.

„Der Angriff in Bernburg zeigt, dass rechte Gewalt in Sachsen-Anhalt ein dauerhaftes Problem ist. Für Entwarnung gibt es keinen Anlass, erklärte Sebastian Striegel, innenpolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion. „Menschen, die nicht in ein neonazistisches Weltbild passen, sind Tag für Tag rassistischen, antisemitischen und menschenfeindlichen Beleidigungen und Angriffen ausgesetzt“, so der Abgeordnete weiter. Gleichzeitig fordert die Fraktion, dass das Landesprogramm für Demokratie auf drei Millionen Euro aufgestockt werde.

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