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3.Oktober Kiezdemo Stadtfeld

Am Samstag, den 3.Oktober 20015, werden wir gemeinsam gegen hohe Mieten, Aufwertung, Verdrängung und für die Verteidigung unseres Infoladens auf die Straße gehen:

Demo: Samstag | 3. Oktober 2015, 16 Uhr | O-Platz Magdeburg-Stadtfeld
Kein Tag ohne soziale Freiräume! Miete runter – Löhne rauf! Gemeinsam gegen hohe Mieten, Aufwertung und Verdrängung!

Aufruf:
Steigende Mieten, Aufwertung, Verdrängung und fehlende billige Wohnungen – Stadtfeld wird  seit vielen Jahren aufgewertet. Immobilien-, Versicherungsbüros, Luxus-  und Eigentumswohnungen prägen mehr und mehr das Kiezbild. Der öffentliche Raum ist geprägt von Verbotsschildern, Zäunen und dem patrouillierenden Ordnungsamt. In allem geht es immer um eins – Profit. Der Raum wird knapper und die Luft für uns zusehends dünner. Immer mehr Nachbarinnen und Nachbarn werden aus unserem Viertel verdrängt.
All diese Maßnahmen werden von den städtischen Verantwortlichen, der Politik und der Immobilienwirtschaft über unsere Köpfe hinweg geplant und entschieden. Doch wir werden uns wehren und nicht länger tatenlos zusehen, wie Menschen verdrängt werden und ihnen ihr jahrelanges Zuhause gestohlen wird.

Wir wollen als aktive MieterInnen gemeinsam mit euch am 3. Oktober 2015 um 16.00 Uhr auf die Straße gehen um Widerstand gegen Mietsteigerung, Aufwertung und Verdrängung zu leisten.

Yuppies im Kiez …
Anfang der 90er Jahre war Stadtfeld ein unsaniertes Viertel, in dem wir Arbeiterinnen und Arbeiter, Arbeitslose, Punks, Migrantinnen und Migranten gemeinsam lebten und kämpften. Sichtbar war das am Straßenbild in Stadtfeld und an der Vielzahl von besetzten Häusern und Kneipen. Der „Kampf gegen Graffitis, Aufkleber und Plakate“, Evakuierungen bei „Bombenalarm“, die Mobilisierung gegen die „Wasserflut“ beim Hochwasser und die komplette Abrieglung eines Stadtteils, weil Menschen eine Facebook Party machen wollten – unser Leben wird zusehends von den Methoden der Aufstandsbekämpfung der Kapitalisten bestimmt.

Dabei ist es in Magdeburg gerade die Innenstadt, die durch riesige Konsumtempel, Büroflächen (zum Teil leerstehend) und überteuerte Luxuswohnungen gekennzeichnet ist. Das Ordnungsamt und Polizei sorgen zusätzlich dafür, dass die Zahlungskräftigen nicht durch den Anblick von Obdachlosen, BettlerInnen und Punks in ihrem Kaufrausch gestört werden. Das macht nur deutlich warum wir uns auch in Stadtfeld mit weiteren Verdrängungsmaßnahmen konfrontiert sehen:
MittelstandsmieterInnen mit  Mittelstandsbedürfnissen im Zusammenspiel mit Kapitalisten und Hauseigentümer schaffen sich „ihr“ Viertel. Sanierung mit anschließender Mietsteigerung bis zu 100% greifen um sich und Luxusappartments sprießen wie am Schlachthof aus dem Boden. Seit dem Stadtfeld als „In-Viertel“ verschrien ist, werden selbst schlecht und oberflächlich renovierte Wohnungen für viel Geld angeboten.
Soziale Wohnprojekte und Traditionskneipen, wie der „Denker“, wurden für Luxuswohnungen platt gemacht. Bezahlbare Mietwohnungen werden zur Ausnahme.
Dabei ist es oft das gleiche Schema: In den meisten Fällen werden einfach Anschreiben versendet mit der eine Sanierung angekündigt wird. Den MieterInnen wird angeboten eine Ersatzwohnung zu beziehen um nach der Sanierung, zu deutlich höheren Mieten, wieder in ihre alte Wohnung zurück zu dürfen. Unser Soziales Zentrum in der Alexander-Puschkin- Str. 20 ist ebenfalls von Modernisierungsmaßnahmen betroffen. Seit dem Aufkauf des Gebäudes durch Berliner Miethaie wird dem Sozialen Zentrum durch Sanierung und Mietsteigerungen von nahezu 100% Stück für Stück die Räume genommen.
Das Ziel hinter all diesen Maßnahmen ist klar: Stadtfeld als nahe gelegenes Viertel zur Innenstadt soll den Reichen und Mittelständigen zur Verfügung stehen, wir Prolls und „Unterschichten“ sollen an den Stadtrand gedrängt werden.

Wohnungspolitik ist Klassenkampf …
In der globalen Krise des Kapitalismus verschärft sich die Wohnsituation immer weiter. Bundesweit sind die Mieten seit den 90er Jahren um 30 % gestiegen. Soziale Zentren, Jugendclubs und andere Räumlichkeiten, in denen sich Menschen ohne kommerziellen Hintergrund treffen können, sind bedroht. Investitionen in Immobilien galten im Kapitalismus schon immer als lohnenswert. Sie versprechen Krisensicherheit in einem System, was ohne Krisen nicht auskommt. In der aktuellen Immobilien- und Finanzkrise haben Immobilien nun mehr denn je das Image des sicheren „Betongolds“. Geld lässt sich dort nicht nur „sicher parken“. Wo Mietsteigerungspotential ist, lockt auch mehr Profit. Das hat zur Folge, dass für proletarische Mieterinnen die Lebenserhaltungskosten stark steigen, die Reallöhne jedoch gleich bleiben bzw. sinken und sie immer häufiger unfreiwillig ihre Wohnungen verlassen müssen. Dass für sie ihr Zuhause, ihr Zufluchtsort und Lebensmittelpunkt auf dem Spiel steht, hat in dieser kapitalistischen Rechnung keinen Platz. Während die da Oben meinen wir müssen den Gürtel enger schnallen, streicht ihr Hauseigentümer und Kapitalisten, eben die Profiteure des Immobilienmarktes, immer höhere Gewinne ein – kauft euch ein noch größeres Eigenheim, Luxusyachten und noble Karren.

Der Stadtteil denen, die drin wohnen
Ein kollektiver Widerstand gegen Mietsteigerung, Aufwertung und Verdrängung geht uns alle etwas an. Nur gemeinsam als Teil einer kämpfenden Klasse können wir die Situation verändern. Es liegt an uns die Dinge wieder selbst in die Hände zu nehmen um auf diese und viele weitere Fragen praktische Antworten zu finden. Uns ist klar, dass sich nicht alles in wenigen Tagen umsetzen lässt. Manches wird einen längeren Prozess benötigen, anderes können wir schon morgen schaffen. Dafür müssen wir uns als Menschen und NachbarInnen kennenlernen, die Vernetzung untereinander stärken und unsere Forderungen zusammenbringen.
Von kraftvollen Demonstrationen und Graffities, die unsere Forderungen auf die Straße tragen, über Kundgebungen und Infostände, bis hin zur praktischen Enteignung von Räumen – die Möglichkeiten sind vielfältig schon jetzt einzugreifen und aktiv zu werden.

Wir werden uns nicht aus unserem Viertel und unseren Freiräumen verdrängen lassen. Unseren Wohnraum und unsere Projekte werden wir verteidigen und unseren Widerstand mit den verschiedensten, solidarischen Formen zum Ausdruck bringen.

Der Infoladen bleibt!
Selbstverwaltete Räume erkämpfen und erhalten!
Schluss mit Mietsteigerungen und Vermieterterror!
Für die Enteignung und Kollektivierung der Häuser und Betriebe!

“Initiative Mietrebellen“
initiativemietrebellenmd@riseup.net

Infoladen / Soziales Zentrum
www.mietrebellen.wordpress.com
Wohnprojekt Alternative Sinnflut
wohnprojektalternativesinnflut@gmx.de / www.facebook.com/wohnprojekt.asf.9
Netzwerk Freiheit für alle politischen Gefangenen [Magdeburg]
www.political-prisoners.net
zusammen kämpfen Magdeburg
www.zusammen-kaempfen.tk / zusammen-kaempfen@riseup.net
Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter Union Magdeburg
www.fau.org  / faumd@fau.org

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