Deutschland verbietet Einreise von Grup Yorum

Das Konzert: „Ein Herz, Eine Stimme Gegen Rassismus“ am 14.11.2015 in Oberhausen wird trotzdem statt finden!
Berühmte Künstlerinnen und Künstler werden aus Solidarität als Grup Yorum auftreten.
Die Bandmitglieder wünschen sich ebenfalls ein Zeichen der Solidarität, durch Protestschreiben an das Deutsche Generalkonsulat in Istanbul.

Es ist besorgniserregend, dass die deutschen Behörden die „Arbeit“ eines Unterdrückungsregimes dort fortsetzt, wo dieses daran scheitert, eine so beliebte, international bekannte Band mundtot zu machen.

Die AKP hatte zum 30-jährigen Jubiläum der Band dieses Jahr versucht zwei Großkonzerte in Istanbul und Ankara zu verbieten. Diese Verbote wurden mit der Unterstützung der Fans und fortschrittlicher KünstlerInnen und Intellektueller des Landes aufgehoben. Und siehe da, Hunderttausende Menschen aus allen gesellschaftlichen Kreisen und jeden Alters versammelten sich bei bester Stimmung auf den zurückeroberten Plätzen.
Auch Joan Baez nahm an dem Konzert in Istanbul teil.

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ERKLÄRUNG VON GRUP YORUM:

Die AKP und Deutschland arbeiten zusammen.
Sie wollen die Einreise von GRUP YORUM verbieten und ihnen ein Europaverbot erteilen.

Dieses Jahr werden wir in Oberhausen zum vierten Mal in Folge das „Ein Herz, eine Stimme gegen Rassismus“ Konzert organisieren, welches vom deutschen Staat verhindert werden soll. Obwohl wir zuvor mehrere Konzerte in Deutschland und Europa gespielt haben, wurde unser Visumantrag vergangene Woche vom deutschen Konsulat abgelehnt. Als ob das noch nicht reicht, gibt man uns an, dass man Maßnahmen einleiten wird, die Grup Yorum Mitgliedern in Zukunft auch die Rechte aus dem „Schengener“ Abkommen vorenthalten werden. Wir sind in den 30 Jahren unseres Bestehens hunderte Male ins Ausland gereist, diese willkürlichen Entscheidungen sind bewusste, politisch motivierte Entscheidungen. Der Grund für diese Entscheidungen, für das Visumverbot ist unsere sozialistische Gesinnung. Die AKP und Deutschland haben diese Entscheidung gemeinsam getroffen. Sie denken sich: „Wir verbieten sie, wir lassen sie nicht nach Deutschland und Grup Yorum verstummt.“ Weder Deutschland, noch die anderen imperialistischen Staaten können uns von unserer Gesinnung abbringen. Seit nunmehr 30 Jahren haben wir im Angesicht jeder Form von Verboten, Verhaftungen und Repressionen nicht geschwiegen, im Gegenteil, wir haben aus trotz weiter Musik gemacht, haben Alben rausgebracht. Wir haben die größten Konzerte gespielt, die die Türkei in ihrer Geschichte je gesehen hat. Unsere Stärke und Unbesiegbarkeit wird auch der deutsche Staat noch kennenlernen, wir werden es dem deutschen Staat mit all unseren Hörern beibringen.

Der deutsche Staat arbeitet mit der AKP zusammen, die in der Türkei Kinder hinrichtet, Leichen an Polizeifahrzeuge bindet und sie durch die Stadt fährt, die 25 Jährige Dilek Dogan hinrichtet, weil sie die Polizisten darauf hingewiesen hat, Hausschuhe anzuziehen, jede Form von Presseerklärung verbietet, täglich Dutzende Menschen festnehmen lässt um sie zu foltern. Das ist das größte Verbrechen.

Der deutsche Staat will nicht, dass das „Ein Herz, eine Stimme“ Konzert stattfindet. Er will nicht, dass dieser Slogan sich verbreitet. Warum? Weil auch der deutsche Staat rassistisch ist. Dutzende Wohnungen von Türkeistämmigen wurden verbrannt, sie wurden durch Kugeln hingerichtet, welcher der Mörder wurde gefasst, welcher wurde bestraft? KEIN EINZIGER. Genau diese Wahrheit rufen wir seit 4 Jahren auf unseren Konzerten aus, genau deswegen soll es verboten werden. Genau wie die AKP will auch Deutschland nicht, dass sich die Bevölkerung nicht organisiert. Deshalb arbeiten sie auch miteinander, fällen gemeinsame Entscheidungen. Welche Entscheidungen ihr auch treffen wollt, ihr werdet dieses Konzert nicht verbieten können. Ihr werdet unsere Einreise nach Europa nicht verhindern.

KEINE KRAFT KANN ES VERHINDERN, DASS UNSERE LIEDER UND DIE VÖLKER ZUSAMMENFINDEN.

Wir rufen alle unsere Hörer dazu auf, sich dem deutschen Konsulat aufgrund dieser willkürlichen Haltung entgegenzustellen. Wir erwarten euch alle am 14. November zu unserem Konzert in Oberhausen. Rufen wir alle gemeinsam das Konsulat an und fordern sie dazu auf, diese Entscheidungen unverzüglich aufzuheben.

DIE LIEDER VERSTUMMEN NICHT, DIE TÄNZE GEHEN WEITER!

Schreiben an das
Deutsche Generalkonsulat in der Türkei:
Tel: 0090-212-334 6167
E-Mail: info@istanbul.diplo.de

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