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Irland: Ausbruch von Gewalt am loyalistischen 12. Juli

Mehr als ein dutzend Mitglieder der britischen Kolonialpolizei RUC/PSNI wurden am 11. und 12. Juli bei Zusammenstößen in den sechs besetzten Counties verletzt. Bei Ausschreitungen in der Obin Street wurden dreizehn PolizistInnen verletzt, vier mussten im Krankenhaus behandelt werden. Zwei Männer wurden verhaftet, von denen einer wegen Anstiftung zu Gewalt angezeigt wurde und im Laufe des Monats vor Gericht erscheinen muss.

In New Lodge in Nord Belfast wurde einem Mitglied der RUC/PSNI bei einem Aufruhr von über 50 Personen am Bein verletzt. Benzinbomben, Steine und andere Wurfgeschosse wurden abgefeuert.

Zwei Personen wurden wegen gewalttätigem Verhalten verhaftet, zwei weitere aus demselben Grund der Staatsanwaltschaft gemeldet, sowie ein dritter wegen Behinderung der Staatsgewalt.

Zur selben Zeit wurden im Stadtteil Broadway in West Belfast fünf Personen bei Zusammenstößen rivalisierender Gruppen verletzt. Alle fünf mussten nach den Auseinandersetzungen von insgesamt 50 Personen im Krankenhaus behandelt werden.

Polizei und Rettung berichteten, dass sie über einhundert Male gerufen wurden, als in der Nacht vom 11. Juli die traditionellen Freudenfeuer außer Kontrolle gerieten und Wohnhäuser bedrohten.

Tausende Orangemen und ihre AnhängerInnen marschierten bei den jährlichen Feierlichkeiten am 12. Juli. BeobachterInnen berichteten, dass das traditionelle sektiererische Gelübde „Loyalität zum protestantischen Glauben, der Krone und der Union von Großbritannien und Nordirland“ verlesen wurde.

LoyalistInnen attackieren BewohnerInnen von Broadway

Wie oben erwähnt wurden fünf Personen bei sektiererischen Zusammenstößen im Stadtteil Broadway, Belfast, am Wochenende des 12. und 13. Juli verhaftet. Ein Mob von 100 betrunkenen LoyalistInnen attackierte die Wohnungen in den Morgenstunden des Samstag, 12. Juli. Die BewohnerInnen konnten die Gruppe noch bevor RUC/PSNI eintraf wieder aus dem Gebiet werfen.

Der Einfall fand statt, nachdem LoyalistInnen ein 11.Juli-Feuer in der Donegall Road entzündet hatten. Sie überquerten danach die Schnellstraße in den Stadtteil Broadway, bewaffnet mit Ziegeln und Eisenstangen von der nahen Baustelle in Weslink. Die LoyalistInnen konnten bis Iveagh Crescent vordringen, ehe sie von mutigen AnrainerInnen zurückgedrängt wurden.

Der Anrainer Daniel Jack schilderte die Situation: „Die LoyalistInnen kamen den halben Weg von der Schnellstraße zu Broadway, als sie von BewohnerInnen des Gebietes zurückgedrängt wurden. Es war der Wahnsinn, überall gab es Kämpfe. Die LoyalistInnen hatten Ziegel und Schlagstöcke vom Bau in Westlink mitgenommen.“

„Ich war in Kontakt mit Personen aus den loyalistischen Gebieten, und um fair zu sein, muss ich sagen, dass sie sich bemühten die Situation zu beruhigen. Aber die Menge hörte nicht. Diejenigen, die die Unruhen provozierten, waren bei den [loyalistischen] Freudenfeuern am unteren Ende der Donegall Road und dieses war nicht angemeldet und nicht lief nicht geordnet ab“, fügt er hinzu.

Ein Sprecher der britischen Kolonialpolizei RUC/PSNI sagte, fünf Personen wurden bei den Ausschreitungen verletzt. Es gab keine Verhaftungen.

Die Auseinandersetzungen und sektiererischen Übergriffe von Seiten der LoyalistInnen am und um den 12. Juli waren die schwersten Ausschreitungen seit Jahren.

12. Juli in Schottland

Mehr als 200 Personen wurden mit Bußen belegt und weitere 60 bei Schottlands größter Orange Order-Parade verhaftet.

Die OrganisatorInnen zählten 12.000 TeilnehmerInnen von der gesamten Insel und aus Irland bei der Parade am 5. Juli in Glasgow. Nahezu gleich viele waren es bei der Parade in Larkhall.

182 Logen und 92 Bands marschierten durch das Stadtzentrum von Glasgow, in dem die Abschlusskundgebung abgehalten wurde.

Strafen von € 50,- wurden für Drunkenheit und Urinieren in der Öffentlichkeit ausgesprochen. Zudem gab es fünf Verhaftungen wegen sektiererischen Provokationen.

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