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Der Sturz der NPD Führung in Sachsen Anhalt

Bericht über den Sturz der NPD Führung in Saschsen Anhalt und den neuen JN Landesvorstand.Außerdem ein Überblick über Aktionen gegen den Naziaufmarsch am 17.Januar in Magdeburg.
Der Sturz der NPD Führung in Sachsen Anhalt und der neue JN Landesvorstand
Die jungen Wilden um Matthias Gärtner streben weiter nach Macht und Einfluss in der NPD/SA(Sachsen Anhalt). Matthias Gärtner ist im JN Bundesvorstand und studiert an der Magdeburger Uni Sozial- und Erziehungswissenschaften. Er ist bestrebt den „wahren nationalen Sozialismus“ wieder hoffähig zu machen. Dabei nutzt er viele Arten von provokativen Aktionen. Er war bspw. der Anmelder der NPD-Demo, welche am 7.11.2008 in Magdeburg „Keine Therapien für die Pädophilen“ forderte. Rund 200 Faschisten, zumeist „ Freie Kräfte“ marschierten zeitnah zum 9. November, der Reichspogromnacht, durch Magdeburgs Straßen. Mobilisiert in Zusammenarbeit mit der JN und den „Freien Kräten Magdeburg“.
Doch auch innerhalb der Partei sorgte Gärtner für einiges Aufsehen. Mit Matthias Heyder (jetziger neuer Landesvorsitzende der NPD/SA),Phillip Valenta (damals noch JN Landesvorsitzender) und einigen anderen „Parteikadern“ führte Matthais Gärtner am 20.07.2008 in Bernburg (der JN Bundeszentrale) ein parteiinternes geheimes Treffen durch. Sie führten eine Wahl durch und begannen die Neubesetzung und Neugliederung des Landesvorstandes Sachsen-Anhalts. Matthias Heyder konnte sich dadurch zum neuen Landesvorsitzenden ernennen lassen Ohne dabei jedoch den restlichen bisherigen Vorstand zu informieren. Als Grund für dieses Treffen gilt nicht nur ein Konflikt um die Abspaltung der angeblich „Kreisfreien“ Stadt Magdeburg von den, aus mitgliederschwachen Gründen, angegliederten Landkreisen.
Nach diesem Bruch von Heyder und Valenta musste der restliche Vorstand reagieren. Die NPD-Clique um die Ex-Vorsitzende Carola Holz, der auch Jens Bauer angehörte, rieb sich dabei letztendlich an innerparteilichen Grabenkämpfen auf und trat fast geschlossen zurück. Der Konflikt, der sich letztlich auch um innerparteiliche Führungspositionen drehte, koste die NPD Sachsen–Anhalt ihre äußere „Einheit“ und wirft sie in ihrer „Imagepolitischen“ Arbeit zurück.
Auch wenn es gut zu sein scheint, wenn Nazis sich streiten, muss doch eines gesagt werden: in diesem Konflikt muss ein weiterer Radikalisierungsprozess in der NPD, sowie der JN erkannt werden. Denn die ehemaligen „Freien Kräfte“ und ihr radikales Umfeld mit Matthias Gärtner scheinen sich innerhalb der Partei JN / NPD SA langfristig durchzusetzen. Matthias Heyder und Phillip Valenta begrüßen den radikalen Nachwuchs, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Denn Phillip Valenta hat jetzt einen gut bezahlten Job gefunden und Matthias Heyder braucht jungen radikalen und aktivistischen Nachwuchs.

Der neue JN Vorstand
So wurde kurz danach im November eine JN Führungsriege bestätigt, die eine deutliche Sprache in punkto „aktivistischen“ Neonazis und NPD sprechen.
Am 22. November 2008 wurde dann Andy Knape beim Landestreffen der JN in Bernburg zum neuen Landesvorsitzenden der JN-SA gewählt. Andy Knape ist in Magdeburg als gewaltbereiter Neofaschist bekannt. So macht er, wenn Mensch ihn alleine trifft, eher einen ängstlichen Eindruck. Jedoch wurde schon öfter bekannt, dass er sich in Überzahl gerne als Schläger profiliert.
Im Juli 2007 kam es zu einer antifaschistischen Kundgebung vor dem Nazi-Geschäft „Narvik“ in Magdeburg. Andy Knape und andere bekannte Schläger des „Selbst-Schutzes Sachen-Anhalt“ (SS/SA) erschienen als „Schutz“ vor dem Geschäft und bedrohten anwesende Antifas. Nachdem die Kundgebung beendet war, verließen auch die Nazis mit einem Auto die Innenstadt. Auf der Rückfahrt provozierte er aus dem Auto heraus eine Radfahrerin die er als Gegendemonstrantin wieder erkannt haben wollte. Nachdem er sie mehrmals provoziert hatte, warf die Antifaschistin eine Batterie auf das nebenher fahrende Auto der Nazis.Das scheinbar reichte aus, um anzuhalten und zu dritt die junge Frau vom Fahrrad zu zerren. Andy Knape lies es sich nicht nehmen die Betroffene selbst ins Gesicht zu schlagen.Es kam zu keiner Anzeige.
Auch war er 2006 beteiligt an einem Überfall auf eine Wohnung von einem bekannten Antifaschisten in Stadtfeld.
Ebenfalls kein Unbekannter ist der Stellvertretende der JN, Sascha Braumann. Er ist aktiv im „Selbstschutz-Sachsen Anhalt(SS-SA)“ und war Mitproduzent im Videoprojekt „Media Pro Patria“. Außerdem spielte er als Bassist in der Neonaziband „Systems Coffin“. Braumann wurde erst vor kurzem wegen Wiederbelebung der verbotenen Blood & Honour ermittelt. Das Verfahren gegen ihn und sechs weitere Nazis vor einem Gericht in Halle/Saale wurde gegen eine Geldzahlung von rund 3000 Euro. Eingestellt.
Ein anders gutes Beispiel ist der erste Beisitzende und Landesgeschäftsführer der JN Sachsen-Anhalt Bennet Schulz. Dieser war 2004 an einem Angriff auf einige Besucher der Montagsdemo beteiligt. Es gab mehrere Leichtverletzte. Er erhielt dafür eine achtmonatige Freiheitsstrafe, die auf 3 Jahre Bewährung ausgesetzt wurde.
Etwas später schaffte er es mit einer Beleidigung des Oberbürgermeisters Trümper die Aufmerksamkeit der Lokalpresse auf sich zu ziehen. Der Einladung Trümpers zu einer Aussprache, anlässlich einer Demo, folgte der damals 21-jährige Nazi mit einem seiner gleichgesinnten Freunde. Er leugnete bei der Gelegenheit, dass Deutschland den 2. Weltkrieg auslöste. Mit einer zusätzlichen Beleidigung des Oberbürgermeisters handelte sich Bennet Schulz eine Freiheitsstrafe von vier Monaten und zwei Wochen, zur Bewährung ausgesetzt, ein. Zudem wurde er von seinem Arbeitgeber gefeuert.
Alles in allem sprechen diese Anekdoten der JN-Führung, insbesondere des Vorsitzenden Andy Knape, eine deutliche Sprache auch über die Entwicklungen in der NPD– Führung Sachsen Anhalts.

Wie weiter?
Die radikalen Kräfte besetzen die Führungspositionen der JN/ NPD Sachsen-Anhalt. Auch wenn es der NPD/SA zur Zeit nicht so gut geht, steht der radikale Nachwuchs scheinbar immer Gewehr bei Fuß.
Ihre Verbindungen mit anderen militanten Nazis (bspw. Selbstschutz Norddeutschland) und ihre Lebensläufe sollten uns nie vergessen lassen, wer da im Mantel bürgerlicher Demokratie versucht Politik zu machen, nämlich gewaltbereite Neofaschisten!
Apropos Gewehr bei Fuß. Wer mehr über militante Neonazis, wie Bennet Schulz, Sascha Braumann oder andere Magdeburger erfahren möchte, am 14 Januar 2009 gibt es im Infoladen (Alexander-Puschkin Straße 20) eine interessante Infoveranstaltung dazu.

Naziaufmarsch am 17.Januar in Magdeburg verhindern!
Für den 17.1.09 haben Nazis einen Aufmarsch durch Magdeburg angekündigt. Wir rufen dazu auf, sich den Nazis in den Weg zu stellen. Schon im Vorfeld des Naziaufmarsches laden wir zu verschiedenen Veranstaltungen ein.

>>>VERANSTALTUNGEN>>>AKTIONEN>>>TERMINE>>>

Mi., 7.1.09, 18 Uhr,im Infoladen >Infoveranstaltung:Der Antisemitismus<
Die Struktur eines Konflikts – Das römische Reich – Die Christliche Religion- Die bürgerliche Gesellschaft- Das Deutschtum. In dem Vortrag soll versucht werden die Struktur des Antisemitismus aufzuzeigen. Ebenso wird der Frage nachgegangen, inwieweit es aktuell vergleichbares zur Geschichte Europas und Deutschlands gibt.

Fr., 9.1.09, Ort wird noch bekannt gegeben
>Kleines Theaterstück und Infoveranstaltung< Es geht um Themen wie z.B. Verhalten auf Demos und Repression (veranstaltet von Rote Hilfe e.V.)

Mi., 14.1.09, 18 Uhr,im Infoladen >Infoveranstaltung:“Tattoos, Nazis, Paramilitärs…?“<
Ein Vertreter vom Arbeitskreis Antifaschismus Hildesheim spricht über die Verbindung* von Nazis aus Magdeburg und Niedersachsen sowie den militanten Blood & Honour- Strukturen. Des Weiteren wird es um die rechten Tattoo- Shops in Hildesheim und Munster und die paramilitärischen Übungen in der Region gehen. Außerdem berichten Magdeburger Antifaschisten über die Aktivitäten der Nazis in Sachsen- Anhalt im Allgemeinen und wie eben eine antifaschistische Praxis dagegen aussehen kann. Natürlich wird es auch um die geplanten Proteste gegen den Naziaufmarsch gehen. *Im März 2008 mussten sich u. a. Nazis wie Hannes Knoch und Hannes Franke (Hildesheim/ Hohenhameln) gemeinsam mit dem Magdeburger Sascha Braumann (JN Sachsen- Anhalt, Landesvorstandsmitglied) in einem Prozess verantworten. Das Landgericht Halle stellte das Verfahren gegen die Zahlung eines Geldbetrages ein. Insgesamt sieben Nazis aus Sachsen- Anhalt, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg war vorgeworfen worden, seit dem rechtskräftigen Verbot (2001) von Blood & Honour mehrere Veranstaltungen (u.a. in Magdeburg) durchgeführt zu haben, um die Struktur auch weiterhin aufrecht zu erhalten. Daneben organisierten Hannes Knoch zusammen mit anderen Nazis bereits seit 1998 paramilitärische Übungen unter dem Namen “Combat & Survival School“ und “Warrior Survival School. Dort werden mit Militärausrüstung Kampfübungen und Scharfschützenausbildungen in Wäldern und Feldmark durchgeführt. Es berichteten bereits verschiedene Medien (z.B. Frontal 21/ ZDF). Bekannt ist, dass mindestens zwei Magdeburger Neonazis an solchen “Survival Trainings“ teilnahmen.

Fr., 16.1.09, ab 18 Uhr ,im Infoladen
>Warm up < zum Naziaufmarsch mit letzten Infos, Mucke, kalte und heiße Getränke etc.

Sa., 17.1.09: >DEM NAZIAUFMARSCH ENTGEGENTRETEN<
DEZENTRALE AKTIONEN.
*Am Vormittag wird auch eine Antifa- Demo stattfinden.
(Die Nazis wollen sich 13 Uhr am Hauptbahnhof treffen.)
**Es ist schon am 16.1. (Jahrestag der Bombardierung)
mit Aktivitäten der Nazis zu rechnen. Haltet Ohren und Augen geöffnet!

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