Frankreichs Manager leben gefährlich

Da noch immer keine Manager wegen der Wirtschaftskrise im Knast sitzen, greifen Frankreichs Arbeiter immer mehr zur Selbsthilfe. Arbeiter des US-Baumaschinenherstellers Caterpillar haben heute in Grenoble fünf Manager gefangen genommen, um neue Verhandlungen über 733 Stellenstreichungen zu erzwingen. Dies ist bereits das dritte Mal, dass Manager festgesetzt werden.

Vier Manager werden Medienberichten zufolge von streikenden Arbeitern in einem Büro festgehalten, während einer mittlerweile aus Gesundheitsgründen auf freien Fuß gesetz wurde. Gewerkschafter Alexis Mazza von der CGT sagte, die Manager müssten »hier bleiben und hier schlafen«, wenn sie sich nicht verhandlungsbereit zeigten.

In Paris kesselten wütende Angestellte den Chef des französischen Luxus- und Handelsgüterkonzerns PPR, François-Henri Pinault, ein. Nach einer Konferenz in Paris hätten etwa 50 Demonstranten Pinaults Taxi umzingelt, bis die Polizei eingriff, teilten französische Gewerkschafter mit. Erst nach einer Stunde habe der PPR-Chef, einer der reichsten Männer Frankreichs, seine Fahrt fortsetzen können. Bei den Demonstranten handelte es sich demnach um Angestellte zweier Unternehmen der PPR-Gruppe, Fnac und Conforama, denen im Zuge eines Sparprogrammes ein massiver Job-Abbau droht.

Mitte März hatten wütende Arbeiter wegen der Schließung eines Magnetband-Werkes den Frankreich-Chef des Elektronikkonzerns Sony eine Nacht lang gefangen gehalten. Der Leiter eines Werkes des US-Konzerns 3M musste in der vergangenen Woche ebenfalls eine Nacht in seiner Fabrik ausharren.

Quelle: Redglobe

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