«

»

UA San Sebastián Bachajón

Am 17. April 2009 wurden ungefähr 800 Polizisten der Präventiven Staatspolizei (PEP) und Beamte der Staatlichen Generalstaatsanwaltschaft (PGJE) eingesetzt, vermeintlich um eine Straßenblockade in Agua Azul, Chiapas aufzulösen. Die Straßenblockade war von Anhängern der Anderen Kampagne aus dem Ejido San Sebastián Bachajón errichtet worden, um die Freilassung von sechs Personen zu fordern, die am 13. April willkürlich festgenommen und gefoltert worden waren. Bereits am 15. April kam es gegenüber den Demonstranten zu Einschüchterungen durch die Sicherheitskräfte. Die Straßenblockade wurde jedoch aufrecht erhalten, wobei Fahrzeugen stündlich die Weiterfahrt gestattet wurde und informative Handzettel über den Grund der Blockade verteilt wurden.

Als die Sicherheitskräfte am 17. April am Ort der Straßenblockade eintrafen, war diese in der Absicht, Konfrontationen zu vermeiden, von den Demonstranten bereits selbst aufgehoben worden. Trotzdem erfolgten seitens der Polizei Provokationen und Willkürmaßnahmen. Die Sicherheitskräfte verblieben entgegen dem Drängen von Mitarbeitern des Menschenrechts-zentrums Fray Bartolomé de las Casas vor Ort. Das Menschenrechtszentrum ist besorgt, weil die entstandene Situation jener in Chincultic ähnelt, wo am 3. Oktober 2008 ein Einsatz der Präventiven Staatspolizei das Leben von 6 Campesinos kostete.

Zu den Provokationen und Willkürmaßnahmen der Sicherheitskräfte zählen die Zerstörung des Einlasskiosks zu den Wasserfällen von Agua Azul und sowie von Eigentum der Bewohner von San Sebastián Bachajón, die willkürliche Festnahme von Alfredo Gómez Moreno, aus der Gemeinde Xanil und die Verhaftung von Miguel Vázquez Moreno am 18. April gegen 21:00 Uhr an der Kreuzung von Agua Azul als dieser mit zwei anderen Personen in einem Auto unterwegs war. Nachdem Alfredo Gómez Moreno und Miguel Vázquez Moreno mehrere Tage als verschwunden galten, wurde bekannt, dass sie ebenfalls in die Gefangenensammelstelle gebracht wurden, in der bereits die sechs zuerst Verhafteten waren.

Die Kriminalisierung sozialer Proteste unter Einsatz von Gewalt und die Instrumentalisierung der Rechtssprechung als Mittel der Repression sind keine geeignete Antwort auf die sozialen Klagen und Forderungen nach Gerechtigkeit seitens der Gemeinden und sozialen Organisationen. Der Versuch, die bedenkliche Zunahme von Verhaftungen und Folter von sozialen AktivistInnen, auch in anderen Bundesstaaten wie Oaxaca und Guerrero, mit einer breiten Berichterstattung über den Drogenkrieg zu verschleiern, ist gleichermaßen abzulehnen.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://zusammenkaempfen.bplaced.net/2009/05/ua-san-sebastian-bachajon/