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Historischer Wechsel in El Salvador

Mauricio Funes übernimmt für die FMLN die Präsidentschaft des mittelamerikanischen Landes

Von Harald Neuber

amerika21.de

Historischer Wechsel in El Salvador

Siegreich: Mauricio Funes nach der Wahl im März

San Salvador. Mit großer Beteiligung lateinamerikanischer Staats- und Regierungschefs wird der Sieger der Präsidentschaftswahlen in El Salvador, Mauricio Funes, am heutigen Montag in San Salvador das höchste Staatsamt übernehmen. Der Kandidat der linksgerichteten Front zur Nationalen Befreiung Farabundo Martí (FMLN) hatte sich am 15. März gegen den neoliberalen Amtsinhaber Antonio Saca durchgesetzt.

Es ist das erst Mal, dass in El Salvador die Linke die Regierung übernimmt. Bislang befand sich der mittelamerikanische 5,7-Millionen-Einwohner-Staat fest in der Hand der Rechten. Die aus der linken Guerilla hervorgegangene FMLN war nach dem Friedensabkommen im Jahr 1992 drei Mal bei dem Versuch gescheitert, diese Macht zu brechen.

An der Amtsübernahme am heutigen Montag werden zahlreiche lateinamerikanische Staats- und Regierungschefs teilnehmen. Auch die US-amerikanische Außenministerin Hillary Clinton ist am Sonntag in San Salvador eingetroffen.

Boliviens Präsident Evo Morales sagte seine Teilnahme an der Amtseinführung Funes´ am Sonntag allerdings “wegen wichtiger Amtsangelegenheiten” ab, wie die bolivianische Nachrichtenagentur ABI mitteilte. Auch die Teilnahme des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez war bis zuletzt unklar, nachdem dieser am Sonntag eine viertägige Jubiläumsausgabe seiner wöchentlichen Radio- und Fernsehsendung “Aló Presidente” abgebrochen hatte.

Der Zusammenarbeit zwischen der neuen Regierung El Salvadors und der südamerikanischen Linken wird das kein Abbruch tun. Funes hatte in den vergangenen Wochen bereits angekündigt, enger mit dem sozialistischen Kuba und mit Venezuela zusammenzuarbeiten. Der versprochene Wandel in dem Land sei ein “sozialistisch und demokratisch”, erklärte ein Sprecher der FMLN.

Die neue Staatsführung sieht sich dabei allerdings schweren sozialen Problemen gegenüber, die der Neoliberale Antonio Saca hinterlässt. 60 Prozent der Bevölkerung El Salvadors leben unter der Armutsgrenze. Das Haushaltsdefizit ist von 300 Millionen US-Dollar auf 1,2 Milliarden US-Dollar angewachsen. Schon deswegen wird Funes auf die Hilfe anderer Staaten der Region angewiesen sein.

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