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Die Nationale Bolivarische Miliz

Von Frente Nacional Campesino Ezequiel Zamora

amerika21.de (21.03.2010)

Die revolutionäre Strömung Bolivar und Zamora und der Aufbau der bewaffneten Volksmacht: die Nationale Bolivarische Miliz

Bauermilizen am 4. Februar 2010, dem "Tag der Würde", in Caracas Bauermilizen am 4. Februar 2010, dem “Tag der Würde”, in Caracas

Die revolutionäre Strömung Bolivar und Zamora und der Aufbau der bewaffneten Volksmacht: die Nationale Bolivarische Miliz

Als revolutionäre Strömung übernehmen wir den Aufbau der Nationalen Bolivarischen Miliz ausgehend von zwei grundlegenden Überzeugungen:

    Dass die bewaffnete Macht des Volkes ein konstituierender Bestandteil der Volksmacht ist, für die wir kämpfen. Alle unsere Anstrengungen zielen auf die Ermächtigung des Volkes in der Bolivarischen Revolution. Wir arbeiten dafür, dass das organisierte und bewusste Volk Mechanismen aufbaut, die es ihm erlauben, die reale Macht von Unten auszuüben und als Ergebnis den neuen revolutionären Staat aufbauen, basierend auf der Volksmacht, so wie es der Comandante Präsident Hugo Chávez proklamiert. Zusammen mit der politisch-organisatorischen, der sozio-produktiven, der politisch-rechtlichen, der ethisch-moralischen bedeutet die bewaffnete Macht des Volkes die militärische Fähigkeit, die das Volk hat oder entwickelt zur Selbstverteidigung und zur Verteidigung seiner Errungenschaften, von denen die Wichtigste die Bolivarische Revolution ist – diese Fähigkeit ist ein entscheidendes Element, damit sich die Volksmacht tatsächlich bilden kann.

    Aus unserer Sicht kann das Volk nicht protagonistisches Subjekt seines Prozesses der Befreiung sein, wenn es entwaffnet ist, wenn die bewaffnete Macht der Gesellschaft in den Händen Dritter ist, wie es unter dem vom Kapitalismus eingesetzten militärischen Modell ist. Auch wenn wir glauben, dass der Staat weiterhin die wesentliche Rolle spielen soll in der Sicherheits- und Verteidigungsstrategie, soll die bewaffnete Macht der sozialistischen Gesellschaft dem organisierten Volk zurückgegeben werden, konkretisiert und materialisiert in der Doktrin vom Krieg DES GESAMTEN VOLKES. So gesehen ist die MNB ein Schritt voran in diesem Sinne und sie stellt eine reale Möglichkeit dar, die Grundlagen der bewaffneten Volksmacht zu verankern.

      Dass die Bedrohung unseres Landes durch den nordamerikanischen Imperialismus real ist und sich weiter entwickelt. Als revolutionäre Strömung sollten wir nicht Opfer der Medienmanipulation sein, welche versucht die Pläne des Imperialismus gegen die Bolivarische Revolution zu banalisieren. Der Aufruf des Comandante Präsidenten, uns mit den Waffen auf die Verteidigung der Revolution vorzubereiten, ist gerechtfertigt, weil tatsächlich eine Gesamtheit von Aktionen bis hin zu Operationen in vollem Gang sind: von psychologischem Krieg grossen Kalibers bis hin zu konkreten strategischen Bewegungen, wie zum Beispiel die Installation der Militärbasen in Kolumbien, begleitet von unterstützender Infiltration durch den in Kolumbien demobilisierten Paramilitarismus, aus dem bewaffnete konterrevolutionäre Banden gebildet werden, die das Land destabilisieren – um nur einige der Spitzen einer Aggression zu nennen, die vielfache Linien und Pläne hat; viele von ihnen sind für die Gesamtheit der Bürger unbemerkbar. Genau wie der Comandante Präsident sagt, sind wir Revolutionäre nicht kriegerisch, aber wir können nicht die Arme verschränken, während der Feind Aktionen gegen uns ausführt. Es ist die Pflicht jedes Revolutionärs, die Verteidigung des Vaterlandes zu übernehmen. Es nicht zu tun, wäre nicht nur feige, sondern kriminell gegenüber der Zukunft unserer Söhne und Töchter. Deshalb gliedern wir uns in die MNB ein, um uns der imperialistischen Bedrohung entgegen zu stellen und um die Pflicht zu erfüllen, die wir als Venezolaner und Venezolanerinnen, als Revolutionäre und Revolutionärinnen in diesen historischen Zeiten des Entstehens des sozialistischen Vaterlandes haben.

      Der kolumbianische Paramilitarismus als Speerspitze der imperialistischen Aggression gegen die Bolivarische Revolution

      Es ist ein alter Grundsatz des Krieges, dass man die Strategie und die Pläne des Feindes kennen muss, um den Aktionen etwas entgegensetzen zu können, das heisst um die eigene Strategie entwerfen zu können, die den Sieg über den Widersacher sicherstellt. Heute befinden wir Venezolaner uns in einer titanischen Schlacht, in einem historischen Kampf nicht nur für unsere, sondern für die Zukunft der gesamten Menschheit. In dieser Schlacht haben die stärkste und gewissenloseste militärische Macht zum Feind, welche die Menschheit je gekannt hat: den Yankee-Imperialismus. In ihrer Absicht, die Völker der Welt zu unterwerfen, kennen die Gringos in ihrer Grausamkeit keine Grenzen, sie haben keine Skrupel. Dessen können wir absolut sicher sein.

      Deswegen ist es höchstes Gebot, dass wir ihre Strategie, ihre Pläne und Aktionen von Grund auf studieren und kennen, um sie zu beantworten und besiegen zu können. Wie wir im Kreolischen sagen, geht es darum, im Voraus zu wissen, wie und wann ihr nächster Schlag kommen wird. Die Pläne, die sie gegen die Bolivarische Revolution entwickeln, sind gut durchdacht und bestehen aus verschiedenen Aktionslinien, von der ökonomischen Sabotage, Operationen des psychologischen Krieges, für die sie die Kommunikationsmedien der venezolanischen Oligarchie im Innern benutzen und die der kolumbianischen und lateinamerikanischen Oligarchie auf internationaler Ebene, bis hin zu bewaffneten Aktionen, für die sie den kolumbianischen Paramilitarismus benutzen, der dort zu nichts mehr nutze ist, weil er schon seinen Auftrag in den Plänen gegen die Guerilla des Brudervolkes erfüllt hat.

      Die immer stärkere werdende Präsenz der so genannten Águilas Negras und anderer Arten bewaffneter Banden im Land, die aus den kolumbianischen Paramilitärs gebildet wurden, ist Teil eines perfekt konzipierten Plans innerhalb der Kriegsoperationen gegen Venezuela. Diese Pläne werden geleitet vom CIA und dem Südkommando der US-Streitkräfte in Koordination mit dem israelischen Mossad und der absoluten Komplizenschaft der Streitkräfte des kolumbianischen Staates.

      Der so genannte Paramilitarismus, von dem hier die Rede ist, sind Gruppen, die im Rahmen seiner Politik der Aufstandsbekämpfung vom Staat organisiert werden, und er macht das, weil diese Gruppen Aktionen ausführen, die der Staat oder die Regierung legal nur schwer ausführen können, wie zum Beispiel Morde an Führern, die mit den aufständischen Gruppen verbunden sind usw. Das Ziel ist, Terror zu sähen an der Basis des Volkes und in den Reihen der revolutionären Organisationen, um die Moral und die Bereitschaft zum Kampf zu schwächen. Ausgehend von dieser Definition ist das, was wir in Venezuela erleben, nicht eigentlich Paramilitarismus, sondern es sind bewaffnete konterrevolutionäre Banden, organisiert ausgehend von einer Kraft, die tatsächlich paramilitärisch ist in ihrem Ursprungsland: Kolumbien. Da sie vom kolumbianischen Staat organisiert und trainiert wurden, um die aufständischen Organisationen zu bekämpfen. Aber diese paramilitärischen Kräfte in Kolumbien hören auf es zu sein, sobald sie in Venezuela eingesetzt werden und gehen über in die Kategorie der konterrevolutionären Banden; in jedem Fall sollte man sie also PARAIMPERIALISTEN nennen, denn, wie auch immer, werden sie unter der Leitung des nordamerikanischen Staates finanziert und trainiert, der dafür, wie wir bereits gesagt haben, die CIA benutzt.

      Folglich ist das erste, was wir venezolanischen Revolutionäre klar haben müssen, dass der Paramilitarismus, die konterrevolutionären Banden Instrumente des Krieges, des Todes und der Zerstörung durch den Yankee-Imperialismus gegen Venezuela sind. Sie sind genau die Speerspitze der nordamerikanischen Invasion, wir können behaupten, dass sie die Vorhut dieser Invasion sind.

      Ihre Ziele sind, das Land zu destabilisieren, einzuschüchtern und zu schwächen mit Morden, Kriminalität, Entführungen und Drogenhandel, um der Kampagne der oligarchischen Kommunikationsmedien Glaubwürdigkeit zu verleihen, dass die Gewalt und vor allem die Unsicherheit überhand nehme und um das Volk psychologisch zermürben. Auf der anderen Seite bilden sie eine mächtige Kraft des konterrevolutionären Schlages, das heisst, einen bewaffneten Arm, der im geeigneten Moment direkt gegen das Volk und die revolutionäre Regierung aktiv wird und die von den nationalen und internationalen Kommunikationsmedien als Widerstandsbewegung gegen die Diktatur, als Paladine für die Demokratie präsentiert werden, so wie es schon in anderen Teilen der Welt geschehen ist.

      Die Pläne, den ParaImperialismus in Venezuela zu installieren, werden in Etappen ausgeführt: das ganze Land umfassend und nicht nur die Grenzgebiete. Heute gibt es Kerne dieser Banden im zentralen Osten und im Westen des Landes. Ohne jeden Zweifel ist der ParaImperialismus die konkreteste militärische Bedrohung für die Bolivarische Revolution und eine der gefährlichsten Bedrohungen für die revolutionäre Regierung. Die Bildung der MNB ist eine richtige Antwort vom theoretischen Gesichtspunkt aus, aber wenn sie nicht in effektiver Weise eingesetzt wird, wird sie nicht viel nützen. Deshalb nimmt die „Revolutionäre Strömung Bolivar und Zamora“ den Impuls der MNB in der Weise auf, dazu beizutragen, dass sie wirklich ein Instrument des Kampfes von revolutionärem Charakter werden, damit das Volk gemeinsam mit den Nationalen Streitkräften und dem Comandante Präsident den nordamerikanischen Imperialismus besiegt und seine Anstrengungen, unser Land zu unterwerfen.

      Bolivarische Nationale Miliz und der Kampf gegen den Reformismus und Bürokratismus

      Revolutionen sind Vorgänge voller Widersprüche. Diesen Widersprüchen, die dem Fortschreiten der Revolution selbst dienen, entkommen die Kräfte nicht, die für die Transformation kämpfen und die in manchen Etappen gemeinsam marschieren, aber in anderen Etappen in Widerspruch geraten, weil einige, die am wenigsten revolutionären, damit aufhören, die Richtung zu teilen, die ein anderer Sektor der Revolution geben will.

      In unserer Bolivarischen Revolution gibt es diese Differenzen. Es gibt Sektoren wie den Comandante Präsident und uns, die wir glauben, dass man tiefer gehen muss, dass man das kapitalistische Modell und alle seine Institutionen total niederreissen muss, um den Raum zu eröffnen für neue Formen der sozialen Organisation, für den neuen sozialistischen Staat, und das schliesst selbstverständlich die Streitkräfte ein, die ein Eckpfeiler sind, auf den sich der Staat der Oligarchie stützt. Andere Strömungen haben die Vorstellung, dass die Veränderungen schon genügen, dass man sie nur festigen und konsolidieren muss, aber ohne weiter zu gehen und statt dessen alles zu lassen wie es ist, zum Beispiel dass es gut ist, dass die Öl-Rente verteilt wurde und dass jetzt das Volk eine grössere Scheibe davon abbekommt, aber dass es nicht nötig sei, dem Privatsektor den Anteil zu nehmen, der ihm unter anderem aufgrund seiner Konzentration zufällt.

      Bei der Bildung der MNB beginnen diese Differenzen und Widersprüche zwischen den revolutionären und reformistischen Sektoren aufzubrechen, nicht nur in theoretischer sondern auch in praktischer Hinsicht.

      Vor allem innerhalb der Nationalen Bolivarischen Streitkräfte (FANB) gibt es großen Widerstand dagegen, dass die MNB ein Instrument des bewaffneten Volkes sein sollen. Diese Sektoren geben sich alle Mühe um den Prozess der Bildung der MNB unter eiserner Kontrolle zu behalten. Sie befürchten, dass ihnen etwas aus der Hand gleitet, was jeder bürgerliche Militär hütet und als seinen prinzipiellen Auftrag betrachtet: das Monopol der Waffen. Wir erinnern daran, dass die Schule, in der unser Offizierskorps ausgebildet wurde, die Schule des bürgerlichen Staates ist, wo das Militär eine sehr konkrete Aufgabe im Herrschaftsmodell erfüllt, das diesen Staat aufrecht erhält: Die Gewalt exklusiv zu verwalten, um das ausgebeutete Volk unter Kontrolle zu halten. Und noch spezieller wurden unsere FANB unter der Sicherheitsdoktrin des Yankee-Imperialismus ausgebildet und diese ist auch bei einigen in den FANB noch sehr präsent, obwohl sie sich Chavistas oder Bolivarianer nennen.

      Aber nicht nur bei Sektoren der FANB gibt es Praktiken, die den revolutionären Charakter bremsen, den die MNB haben soll. Ausgehend von den Ministerien und dem Rest des Staates besteht eine bürokratische Sichtweise, die sich in dem Glauben ausdrückt, dass es reicht, die MNB den Funktionären eines Ministeriums X zu unterstellen, sie zu instruieren, zu uniformieren und sie vor dem Comandante Präsident defilieren zu lassen. Die Bildung der MNB ist heute eine Aufgabe und eine Verpflichtung ersten Ranges für jede Revolutionärin und jeden Revolutionär. Aber auch hier müssen wir die ideologischen und politischen Kämpfe führen, um diese Vorstellungen und Praktiken zu besiegen, die der MNB das revolutionäre Potential austreiben sollen.

      Die Revolutionäre Strömung Bolívar und Zamora nimmt diese Herausforderung an. Wir werden die ideologische und politische Schlacht führen, aber wir werden vor allem mit dem Beispiel überzeugen. Wir werden die ersten in den Reihen der MNB und mit dem Volk sein, wir werden arbeiten, um voran zu kommen, denn die MNB soll tatsächlich ein Ausdruck des Volkes in Waffen sein.

      Gegen die imperiale Aggression – die nationale Einheit mit Chavez

      Gegen den Paramilitarismus – die Nationale Bolivarische Miliz

      Samstag, 5. Dezember 2009

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