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Asylbewerberheim Harbke Erneut rechtsextremistischer Anschlag

Auf das Asylbewerberheim in Harbke im Landkreis Börde hat es erneut einen rechtsextremistischen Anschlag gegeben. Unbekannte warfen in der Nacht zu Sonntag mit Steinen die Fensterscheibe eines Zimmers ein. Das teilte die Polizei am Montag mit. Verletzt wurde niemand. Die Beamten suchten am Tatort nach Spuren, stellten Beweismaterialien sicher und befragten erste Zeugen. Die Polizei bittet um Hinweise zu den Tätern. Die Ermittlungen werden vom Staatsschutz geführt.


Schließung gefordert

Nach dem erneuten Anschlag auf das Asylbewerberheim sind am Montag Forderungen laut geworden, die Unterkunft zu schließen. Die Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Susi Möbbeck, und die Linksfraktion im Landtag verlangten die Auflösung des Heimes. Nach ihrer Meinung ist die Sicherheit der Bewohner nicht gewährleistet. Für eine Schließung der Unterkunft habe sich auch der Runde Tisch gegen Ausländerfeindlichkeit ausgesprochen, der in der vergangenen Woche Harbke besucht habe.
Isolierte Lage und Hilflosigkeit im Heim
Das Asylbewerberheim in Harbke war in den vergangenen Jahren wiederholt Ziel rassistischer Übergriffe geworden. Seit Januar 2009 registrierte die Polizei insgesamt acht rechte Straftaten. So war im vergangenen Jahr beispielsweise ein Auto auf spielende Kinder zugerast und hatte erst im letzten Moment abgebremst. Zudem waren mehrfach Hakenkreuz-Schmierereien im Umfeld des Heims entdeckt worden. Die Suche nach den Tätern blieb bislang erfolglos.
Darüber hinaus war das Heim selbst wegen mangelnder hygienischer Zustände sowie der isolierten Lage und der damit verbundenen Hilflosigkeit bei rechtsextremistischen Übergriffen in die Kritik geraten. Die Polizei fordert nach eigenen Angaben bereits seit längerer Zeit die Installierung einer Videoüberwachungsanlage. mdr info 26. April 2010

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