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Folgen von Abtreibungsverbot in Nicaragua

Todesfälle in Zusammenhang mit Schwangerschaften offenbar höher als offiziell ausgewiesen

Von npl/poonal

amerika21.de

Folgen von Abtreibungsverbot in Nicaragua Protest gegen totales Abtreibungsverbot in Nicaragua

Managua. Das totale Abtreibungsverbot in dem sandinistisch regierten Nicaragua hat offenbar schwerwiegendere Folgen für die Gesundheit von Frauen als bisher angenommen wurde. Laut einem Bericht einer Frauengruppe in der nicaraguanischen Stadt Matagalpa gibt es in dem mittelamerikanischen Land Frauen, die sich noch nie einer ärztlichen Untersuchung unterzogen haben. Die Gesundheitsexpertin der Gruppe, Ana Ara, erklärt hierzu, dass in den offiziellen Statistiken nur diejenigen schwangerschaftsbedingten Todesfälle von Frauen registriert würden, bei denen sich die Betroffenen zuvor einer ärztlichen Behandlung unterzogen haben.

Es gebe aber Fälle, bei denen der Tod einer Frau offiziell nicht als schwangerschaftsbedingt registriert werde, so Ara. In diesen Fällen würde die Todesursache auch nicht untersucht.

In diesem Zusammenhang kritisierte die Expertin das im Jahr 2006 verschärfte Abtreibungsgesetz. Es verbietet ausnahmslos alle Aborte, auch den so genannten therapeutischen Schwangerschaftsabbruch, der medizinisch indiziert ist. Ärztinnen und Ärzte müssen seitdem mit harten Strafen rechnen, wenn sie einen Schwangerschaftsabbruch durchführen, selbst wenn dies notwendig ist, um das Leben der betroffenen Frau zu retten.

Nach offiziellen Angaben des Nicaraguanischen Instituts zur Information über Entwicklung (Instituto Nicaragüense de Información para el Desarrollo) leben in dem mittelamerikanischen Land drei Millionen Frauen, davon eine Million unter de Armutsgrenze. Allein im Jahr 2009 wurden jeden Monat 350 Frauen vergewaltigt und 69 Frauen aufgrund von Sexualdelikten ermordet.


Bildquelle: nicaragua-forum.de

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