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Israelische Armee schießt erneut auf Friedensaktivisten

Israelische Soldaten schossen vergangene Woche mehrmals auf palästinensische Bauern und ausländische Menschenrechtsaktivisten im südlichen Gazastreifen. Die Vorfälle ereigneten sich während der Weizenernte in der von Israel eingerichteten „Pufferzone“.

Am Dienstag, dem ersten Tag der Weizenernte, nahmen israelische Schafschützen fünf Frauen unter Beschuss. Die Frauen konnten sich im Weizen verstecken bis die israelischen Soldaten verschwunden waren.

Zu schwereren Angriffen kam es am Mittwoch, als fünf ISM-Aktivisten und zwei Journalisten innerhalb der 300 Meter breiten „Pufferzone“ von israelische Einheiten angegriffen wurden. Jeeps der israelischen Armee positionierten sich auf einem kleinen Hügel nahe der Grenze und schossen über 50 Mal auf die Bäuerinnen, Aktivisten und Journalisten. Mehrere Kugeln schlugen nur wenige Meter neben den Köpfen der Aktivisten ein.

gaza buffer Israelische Armee schießt erneut auf Friedensaktivisten

Auch am Donnerstag kam es wieder zu Angriffen. Gegen 8.45 Uhr stationierten sich Soldaten mit vier Militärjeeps nahe der Grenze und eröffneten das Feuer. ISM-Aktivistin Adie Mormech kommentierte den Vorfall: „Wir wurden wiederholt mit scharfer Munition beschossen. […] Die Frauen sind nach dem Angriff mutig wieder zurückgekehrt. Am letzten Tag kamen die Scharfschützen schon zweimal und feuerten mehrmals in unsere Nähe. Es war klar, dass sie uns treffen würden, wenn wir geblieben wären. So wird der Weizen nicht geerntet werden.“

Während 42% der Menschen Gazas arbeitslos und 60% nicht ausreichend mit Nahrung versorgt sind, verschärft die illegale israelische „Pufferzone“ die humanitäre Krise zusätzlich. Ca. 30% des anbaufähigen Agrarlandes liegen innerhalb der „Pufferzone“. Bauern, die versuchen in der Zone zu arbeiten, werden regelmäßig von
israelischen Soldaten beschossen.

Die „Pufferzone“ schränkt auch die palästinensische Fischindustrie im Gazastreifen ein. In den ersten vier Monaten des Jahres 2010, wurden 19 Boote angegriffen, zwei Fischer starben und drei wurden gefangen genommen.

Israels Einrichtung einer 300-Meter breiten „Pufferzone“, die ausschließlich auf palästinensischen Land liegt verstößt gegen die israelisch-palästinensischen Osloabkommen. Zwischen Januar und April 2010 wurden innerhalb der Zone 14 Menschen getötet und weitere 50 verwundet.

Text: ISM Palestine / Übersetzung: Fabian Köhler (ISM) / Bild: Ma’an

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