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Einige Gedanken zu den Brandanschlägen in Dresden

entnommen von Indymedia:

Vom 18. – 29. August ereignete sich in Dresden eine Serie von Brandanschlägen auf linke Wohnprojekte und jüdische Kultur. So wurden die „Praxis“, die Robert-Matzke-Strasse 16 und der Neue Jüdische Friedhof, Ziele feiger Naziattacken, wobei es bei den Übergriffen auf die Wohnprojekte nur glücklichen Umständen zu verdanken ist, das niemand körperlich zu Schaden kam. Spontan folgte eine Welle der Solidarität. In Form von tatkräftiger Unterstützung vor Ort, Geldspenden, Feuerlöschern, bis hin zum Ausrüsten mit neuen Feuermeldern brachten sich GenossInnen helfend mit ein und ließen Solidarität praktisch werden.
An dieser Stelle nochmal ein grosses DANKE an alle, die ihren Arsch nicht nur zum Palavern
hochgekriegt haben!
Nachdem der dritte Brandanschlag verübt wurde, sah sich auch die herrschende Politik genötigt, Stellung zu beziehen, wobei kräftig Lippenbekenntnisse geschwungen wurden.
Helma Orosz, Oberbürgermeisterin und CDU-Zombie hätte wohl politischen Selbstmord begangen, wenn sie nicht floskelmässig die Brandanschläge öffentlich verurteilt hätte, während sie an anderer Stelle kapitalistische Quartiersaufwertung schon fast militärisch abgesichert sehen möchte und krude Integrationspolitik befürwortet, nach der MigrantInnen wirtschaftlich nutzbar sein müssen, um eine gesellschaftliche Legitimation zu erhalten. Bei einer Rede vor dem Stadtrat sicherte sie den betroffenen Projekten finanzielle Unterstützung zu, wobei es wohl nie die Intention gab, dem Taten folgen zu lassen. Ein Antrag der Praxis wurde unter fadenscheiniger Begründung abgelehnt. Das ist wenig verwunderlich; viel mehr bestätigend. So bietet der kleinbürgerliche Klüngel mit seinem Sicherheitswahn die Fassade für den braunen Dreck, der durch Naziübergriffe erst richtig zum Vorschein kommt und die Spitze des Eisberges unübersehbar macht.
In Limbach-Oberfrohna ereignete sich am 13. November der 14. Brandanschlag in Sachsen dieses Jahr was zeigt, dass Übergriffe dieser Art erstens nicht selten sind und Nazis,
mit oder ohne Struktur, nicht effektiv genug bekämpft werden.
Es reicht eben nicht aus, von Plenum zu Plenum zu huschen, ab und zu auf einer Soliparty nen Cocktail zu schlürfen und Minimal zu hören, um die Revolution herbeizufeiern.
Für uns AntifaschistInnen ist es immer wieder eine Niederlage, wenn Nazis die Luft und die Zeit haben, Menschen anzugreifen, die nicht in ihr Weltbild passen, weil es an uns liegt, sie solange zu hetzen und den Atem zu nehmen, bis Freitod oder Abschwören die einzigen Optionen sind, die den Nazibanden bleiben, um den Fortverlauf ihres Lebens selber zu bestimmen.
Doch ist Symptombekämpfung nicht das einzige Aufgabenfeld revolutionär- antifaschistischer Praxis sondern auch, die Ursachen in Form der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft mit ihren Kackbullen langfristig und wirkungsvoll zu bekämpfen – mit allen Konsequenzen.
Dazu gehört, mehr praktische Optionen mit einzubeziehen um den militanten Handlungsspielraum zu erweitern und sich nicht einlullen zu lassen von Nazis, Staat und Kapital!

Geben wir ihnen volle Breitseite!!!

Es ist immer ein Angriff auf uns alle!!!

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