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Kolumbiens Guerilla kündigt Freilassungen an

Rebellenorganisation FARC will fünf Gefangene entlassen. Liberale Senatorin Córdoba soll vermitteln – trotz Vorwürfen der Staatsanwaltschaft

Von Harald Neuber

amerika21.de

Bogotá. Unterschiedliche Signale aus Kolumbien: Einige Wochen nachdem Kolumbiens Oberstaatsanwalt der liberalen Senatorin Piedad Córdoba wegen Gesprächen mit der Rebellenorganisation FARC Berufsverbot erteilt hat, wünscht Präsident Manuel Santos eben diesen Kontakt. Nach Angaben kolumbianischer Medien hat der konservative Staatschef Córdoba ausdrücklich die Erlaubnis erteilt, die Freilassung von fünf Gefangenen der FARC zu ermöglichen. In einem Kommunique hatte sich die Rebellenorganisation unlängst zu diesem Schritt bereit erklärt.

Ende September erst hatte Kolumbiens Oberstaatsanwalt Alejandro Ordóñez die Senatorin Córdoba wegen ihrer Kontakte zu den Rebellen aus dem Oberhaus des Kongresses ausgeschlossen und ihr für 18 Jahre das passive Wahlrecht aberkannt. Ordóñez warf Córdoba vor, den FARC im Rahmen von offiziell autorisierten Gefangenenbefreiungen in den vergangenen Jahren Informationen zukommen gelassen zu haben. Kritiker sahen in der umstrittenen Sanktionsmaßnahme eine Revanche von Ordóñez, weil Córdoba sich gegen dessen Berufung zum Oberstaatsanwalt ausgesprochen hatte.

In der vergangenen Woche nun gaben die FARC die Freilassung eines Polizisten, zweier Armeeangehöriger und zweier Lokalpolitiker bekannt, die sich in ihren Händen befinden. Die Guerillaorganisation bezeichnete diesen Schritt als “humanitäre Geste” und “Zeichen des Dankes” an Córdoba. In einer eigenen Erklärung sicherte Santos der Oppositionspolitikerin nun seine Unterstützung und “volle Diskretion” zu. Córdoba bedankte sich für die Rückendeckung und sprach von einer möglichen Freilassung binnen eines Monats. Wie bei vergangenen Gefangenenbefreiungen könne die brasilianische Luftwaffe auch in diesem Fall logistische Unterstützung leisten.

In Kolumbien schwelt sein Jahrzehnten ein sozialer und bewaffneter Konflikt, der sich vor allem an der Landfrage entzündete. Neben der FARC kämpft die kleinere und ebenfalls linksgerichtete ELN gegen Regierung, Militär und rechte Paramilitärs.

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