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Solidarität mit Thomas!

Thomas Meyer-Falk, vor solchen Leuten zieh’ ich meinen Hut!
Herzblutende und solidarische Grüße möchte auch ich ihm hiermit hinterlassen, meinen vollsten Respekt für seinen andauernden Kampf aussprechen, seine Geschichte etwas beleuchten und zur Solidarität anderer aufrufen.
2 Jahre Isolationshaft in Stammheim, danach etwa 5 Monate „gelockerter“ Vollzug in Straubing, weitere 14 Jahre Isolationshaft in Bruchsal und nun in Sicherungsverwahrung in der JVA Freiburg. Entlassung unabsehbar.
Der gefangene Genosse kämpft immer noch!

Was hat der Genosse verbrochen?
Für die Justiz bzw. die herrschende Schicht (also einige wenige im Vergleich zum Rest der Bevölkerung) jedenfalls das Schlimmste was man machen kann. Ein Angriff auf das Kapital. Und – was zweifelsfrei auch eine Rolle spielen dürfte – Thomas ist links und ideologisch gefestigt.
Ein sogenannter Redskin (RASH – Red and Anarchist Skinheads) wie ich.
Vorwurf der Justiz war dass Thomas vor etwa 17 Jahren eine Bank ausraubte, um Geld für legale und illegale linke Projekte zusammenzutragen und hierzu Geiseln nahm, von denen jedoch keine physischen Schaden genommen hatte. Thomas bereut bis heute nichts und entschied sich von Anfang an für den Knastkampf. So mochte die Justiz auch hier besonders auf eine bestimmte ihrer Geiseln „einzuwirken“ und man konstruierte im Laufe seiner Haftzeit weitere „Straftaten“ hinzu um offensichtlich ein Maximum an Strafe herauszuholen.
Thomas nahm im Knast nie ein Blatt vor den Mund und so verhängte man 2000 und 2004 weitere Strafen gegen ihn wegen Nötigung, Beleidigungen und Bedrohungen gegen Richter, Staatsanwälte und Politiker.
Insgesamt konstruierte sich Vater Staat dann aus all dem 16 Jahre und 9 Monate (Ende 2013) Knast mit anschließender Sicherungsverwahrung.

Ob er jemals wieder freikommt bleibt fraglich.
Vielen dürfte die Sicherungsverwahrung als Erbe der NS-Zeit ein Begriff sein und schon allein deswegen einige Fragen aufwerfen. Dass aber auch der „Normal“-Vollzug u.a. den Justizbeamten unter dem Deckmantel der Demokratie einiges möglich macht was ihre persönliche Abrechnung mit einzelnen Gefangenen oder die Befriedigung ihrer ganz eigenen sadistischen Veranlagung angeht, sollte nicht unvorstellbar sein. Genauso wie sich die Frage schnell beantworten lässt was für ein Charaktertyp denn den Job eines Unterdrückers im faschistoiden System wählen würde.
Diverse Firmen machen mit der Ausbeutung von Gefangenen noch ein gutes Geschäft und „alle“ sind glücklich.
Geiseln? Ist das nicht ein bisschen krass?
Geht so. Immerhin hält sich der Staat selbst reichlich davon, die man im Laufe der Haft dann zu brechen versucht und neben regelmäßigen physischen Übergriffen – wenn jemand mal nicht funktioniert – setzt man in deutschen Knästen ganz besonders auf die psychische Zerstörung der Gefangenen, die viele ein Leben lang prägen wird. Hierbei geht es natürlich nicht darum Menschen in irgendeiner Weise zu resozialisieren, wie man versucht dem Bürger glaubend zu machen, sondern nur darum sie kaputtzumachen und bestenfalls im nächsten Jahr nach der Entlassung wieder willkommen zu heißen, um ihr Knastsystem weiter erhalten zu können, als auch darum, andere abzuschrecken. Manche Menschen lassen sich aber nicht brechen wie Vater Staat immer wieder mit Verzweiflung feststellen muss. So eben auch Thomas nicht. Genau das ist es was ihnen Angst macht. Hilft es den Geiseln denn nun, sofern diese psychische Schäden davongetragen haben, dass man Thomas nun nach dem Verbüßen der ihm auferlegten Haftstrafe noch mit alten Nazigesetzen weiter festhält? Das bezweifle ich stark. Vielmehr zeigt sich hier wieder nur der blanke Hass einzelner Funktionäre im System gegen jene die sich ihnen widersetzen.
Es werden nun aber weder das Ersetzen einzelner Funktionäre im System noch die Reform von Gesetzen sein, die zu einer Besserung beitragen werden, da der Kapitalismus Faschismus, Unterdrückung und Krieg bereits in sich birgt. Das macht eine revolutionäre Perspektive erforderlich die wohl auch nicht mit dem Blumenstrauß in der Hand zu erringen ist, lieber Bürger der BRD!

Lieber Thomas,

an Dich nochmal ganz persönlich:
Schicke Dir blutrote Grüße aus der Illegalität und ganz viel Power für den weiteren Kampf!
Halte weiter durch Genosse, noch ist nicht aller Tage Abend!
Smily.

Schreibt dem Gefangenen!
Unterstützt die protestierenden Sicherungsverwahrten in der JVA Freiburg!
Freiheit für Thomas und alle anderen politischen Gefangenen weltweit!
Weg mit der Sicherungsverwahrung!

Thomas Meyer-Falk, c/o JVA (SV-Abtl.)
Hermann-Herder-Str. 8, D-79104 Freiburg

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