September Demo

29.09., 17 Uhr, Uniplatz MD
Faschismus tötet damals wie heute! Organisiert den Antifaschisten Selbstschutz!

Aufruf von Jugend Offensive:
Am 09.05.1992 wurde Thorsten Lamprecht bei einem Überfall von Faschisten erschlagen. Farid Boukhit erlag am 27.09.1994 seinen Verletzungen, die er bei den rassistischen Himmelfahrtskrawallen erlitten hatte. In Olvenstedt wurde Frank Böttcher von einer Gruppe Neonazis am 08.02.1997 erstochen. Rick Langenstein wurde am 16.08.2008 totgetreten. Das sind die uns bekannten Todesopfer rassistisch und faschistisch motivierter Angriffe in Magdeburg. Es gibt in Sachen-Anhalt jedoch weit mehr Tote, deren Aufzählung hier den Rahmen leider deutlich sprengen würde.
Sei es Alberto Adriano, der am 11.06.2000 in Dessau tödlich verletzt wurde oder Matthias Lüders, der bei einem Überfall auf eine Disco ums Leben kam. Es gibt noch eine Vielzahl weiterer Menschen, die Opfer faschistischer Gewalt wurden, über deren Ausmaß und Anzahl bewusst geschwiegen wird. Der Staat und die Medien versuchten schon ab Anfang der ´90er Jahre die aufflammende neonazistische Bedrohung klein zu reden. Sei es dadurch, dass behauptet wird, dass es „normale“ Streitigkeiten zwischen Jugendlichen waren oder das angebliche Fehlverhalten der Opfer Ursache der Gewaltorgien gewesen sein soll. Aber die Gründe dafür liegen in der Natur des Faschismus. Die Täter fühlten sich noch gestärkt durch das gesellschaftliche Klima, welches zu der Zeit stark nach rechts gerückt ist, z.B. durch die menschenverachtende Anti-Asyl-Kampagne der CDU ab Mitte der ´80er Jahre. Diese fand 1994 in den Brandanschlägen in Lichtenhagen ihren Höhepunkt und in der faktischen Abschaffung des bis dahin bestehenden Asylrechts. Diese Entwicklung wurde durch  den gesamtgesellschaftlichen Nationalismuswahn der Nachwendezeit nur  noch weiter verstärkt. Dem entgegen standen linke, jugendliche und migrantisch geprägte Communities, die sich selbst und andere solidarisch schützten. Lediglich durch militante Debattenführung, Aufklärung und theoretische Auseinandersetzung konnte die faschistische Gefahr halbwegs eingedämmt werden. Ist heute, mehr als 20 Jahre danach, etwas anders? 2015 wurden die Grenzen durch die deutsche Bundesregierung kurzeitig geöffnet, um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern. Das nutzten rassistische Gruppen, um wieder Stimmung gegen angeblich Fremde und den sogenannten linksgrün-versifften Mainstream zu machen. Dies wurde noch durch die Verwaltungskrise des BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) befeuert. Aber anstatt das bürokratische Ungeheuer zu bändigen und Menschen auf der Flucht hier ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, werden das Asylrecht noch weiter verschärft, die Fluchtrouten geschlossen und Deals mit Autokraten ausgehandelt. Die hierdurch entstandene Debatte war geprägt von fremdenfeindlichen Vorurteilen und sozialen Ängsten. Die faschistoide, Anti-EU-Partei AfD nutzte und produzierte weitere Ängste der BürgerInnen und katapultierte sich mit ihrem klar rassistisch-völkischen wie antifeministischen Wahlprogramm in den Bundestag. Ihre Rhetorik verschärfte sich immer weiter und  offenbarte ihr faschistisches Gesicht. Wieder fühlt sich ein rassistischer Mob dazu berufen, seinem Hass freien Lauf zu lassen. In Magdeburg bildete sich eine selbst ernannte Bürgerwehr und jagte Menschen, die ihrer Meinung nach nicht in das  Stadtbild passen. Die People-of-Color-Communities sind ständigen Anfeindungen und der Gefahr körperlicher Angriffe ausgesetzt. So werden sogar Hunde auf Menschen gehetzt. Auch in der sachsen-anhaltinischen Provinz sieht es leider nicht anders aus, beispielsweise in Schönebeck, wo riesige Hakenkreuze an die Wände geschmiert wurden, außerdem gab es dutzende Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte, wie z.B. in Oschersleben.
Der aktuelle Höhepunkt des Naziterrors  zeigte sich in der Kleinstadt Salzwedel, wo dieses Jahr ein Faschist in eine spontane antifaschistische Demonstration fuhr. Dazu gab es einen organsierten Überfall und Einbruch in das AZ Kim-Hubert, bei dem nur durch Zufall niemand schwer verletzt wurde. Anders als In Plauen(Sachsen), wo zwei Punks nicht solches Glück hatten und bei einem Anschlag auf ein Wohnhaus umkammem, welches mehrheitlich von Roma und Sinti bewohnt war.

Die Konsequenzen des Volkswahns sind uns allen nur zu gut bekannt. Die Frage lautet wohl eher, wann es die nächsten Toten in Sachsen Anhalt gibt. Unsere Verantwortung ist es, eine antifaschistische Jugendbewegung zu entwickeln, welche eine konsequente Antwort auf die zunehmende Faschisierung der Gesellschaft darstellt. Diese Demo soll der Eckpfeiler für eine klare Positionierung jugendlicher Gruppen in der Stadt  wie auf dem Land sein. Wir stehen solidarisch ein für Freiheit und Emanzipation.

Fremdenhass, Ausgrenzung und Autorität? Ohne uns! Am 29.09.2018 werden wir unsere Wut und Trauer auf die Straßen tragen. Das soll ein kämpferisches Signal an alle Faschisten des Umlands sein. Wir werden euch hier nicht kampflos das Feld überlassen und uns euch jederzeit entschlossen entgegenstellen! Für alle anderen ist es ein Aufruf zur kollektiven Organisierung. Nazis gibt’s in jeder Stadt, bildet (Jugend-)Banden macht sie platt!

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