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Kurdistan: Riots und Polizeiangriffe

In vielen Städten in den kurdischen Provinzen wie auch in türkischen Metropolen kam es auf Demonstrationen Feiern zum 31. Gründungsjubiläum der PKK zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Thematisiert wurden auf den Demonstrationen ebenfalls die Verschlechterung des Gesundheitszustandes von Abdullah Öcalan aufgrund der neuen Haftbedingungen sowie die rassistischen Pogrome gegen Kurd_innen der letzten Wochen. Die massive Gewalt seitens der Polizei führte vielerorts zu Straßenschlachten.
In Urfa zog ein Demonstrationszug in Richtung Stadtzentrum und skandierte Parolen, welche die Solidarität mit der PKK und Abdullah Öcalan ausdrückten. Die Polizei blockierte die Straße, woraufhin die Demonstrant_innen Barrikaden aus Mülleimern errichteten. Eine zweistündige Straßenschlacht entbrannt, im Laufe derer die Polizei mit Tränengas gegen die Demonstrant_innen vorging. Es kam zu vielen Verletzten.
In fünf Stadtvierteln Hakkari´s kam es im Laufe der Feiern anlässlich des 31. Gründungsjubiläums der PKK ebenfalls zu Übergriffen seitens der Polizei. Auf den öffentlichen Festen wurden Feuerwerke gezündet und PKK Parolen gerufen. Darauf reagierten die Polizeikräfte mit dem Einsatz von Tränengas und Panzerfahrzeugen sowie Schüssen in die Luft.
Im Stadtteil Esentepe in Yüksekova hatten sich etwa 200 Jugendliche versammelt um gegen die schlechte Behandlung von Abdullah Öcalan zu protestieren. Sie wurden von der Polizei mit Tränengas angegriffen.
Die Jugendlichen zündeten auf der Landstraße zwischen Hakkari, Yüksekova und Van Feuer an und errichteten Barrikaden. Außerdem griffen sie iranische Busse mit Steinen an, nachdem letzte Woche im Iran ein kurdischer Aktivist hingerichtet worden war.
Die Polizei schoss Gasgranaten in Häuser. In einem Haus fielen durch das Gas mehrere Kinder, darunter ein 7 Monate altes Baby, in Ohnmacht. Die Kinder wurden aus dem Haus herausgetragen und in ein anderes gebracht. Das ganze Stadtviertel ist von Tränengas eingenebelt.
In einem anderen Stadtviertel in Yüksekova fanden zur Stunde Razzien statt. Eine große Zahl Personen wurde festgenommen. Der Grund ist noch unbekannt.
Aus Protest gegen die Behandlung von Abdullah Öcalan schlossen am 30.11. die Geschäfte in Yüksekova.
Bei den immer noch andauernden Straßenschlachten sind mittlerweile sechs Verletzte gemeldet. Sie waren bei einem Angriff mit speziellen Geschossen, die 5 Gasgranaten in sich tragen verletzt worden. Bei den Auseinandersetzungen brannten ein Polizeifahrzeug und eine Bank aus und bei einem Büro der türkischen Telekom wurden die Scheiben eingeworfen. Die Kämpfe haben sich zur Stunde ausgeweitet und mehrere Stadtviertel werden verbarrikadiert.
Die Polizei eröffnete am 29.11. in Mersin das Feuer auf eine Demonstration gegen die Verschlechterung der Haftsituation von Abdullah Öcalan und zur Feier des 31. Gründungsjubiläums der PKK. Dabei wurden 2 Menschen verletzt. Der 16jährige Şahin Aslan wurde von drei Kugeln getroffen und ins Krankenhaus gebracht. Ein anderer Demonstrant wurde von einer Kugel am Hals verletzt.
In Istanbul fand aus gleichem Anlass ebenfalls eine Demonstration statt. Die Demonstrant_innen feierten mit Feuerwerk auf der Straße. Die Polizei rückte gegen die Demonstrant_innen mit Tränengas, Panzern und Wasserwerfern vor. Die Demonstrant_innen verteidigten sich mit Molotowcocktails und blockierten somit den Verkehr. Bei den Auseinandersetzungen brannte ein gepanzertes Polizeifahrzeug vom Typ Skorpion aus. Die Auseinandersetzungen dauern zur Stunde noch an.
In Amed (türk. Diyarbakir)kam es am 29.11. aus einem AKP Büro heraus zu einem Angriff mit Schusswaffen auf Demonstrant_innen. Dabei wurde ein 17jähriger durch die Waffe eines Sicherheitsbediensteten der AKP verwundet. Nach dem Angriff traf eine große Zahl von gepanzerten Fahrzeugen vor dem AKP Büro ein.
Am Abend gab es eine große Zahl militanter Aktionen in Diyarbakır. So wurden das Gouverneursbüro von Bağlar und ein Verein der ultrakonservativen Hizbullah mit Molotowcocktails angegriffen. Es entstand hoher Sachschaden.

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